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göttingen

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Amy
Ball

13.01. – 25.02. 2018

powers

In Zeiten, in denen Krisen die Normalität buchstabieren, gehören Prognosen einer Apokalypse gleichermaßen zu unserer Realität. Amy Ball greift in ihrer Ausstellung „powers“ im Kunstverein Göttingen eben jenen prekären Zustand auf, der sich durch das Eingebundensein in und das Ausgeliefertsein des Einzelnen an globale Kräfteverhältnisse ergibt. Aufgegriffen wird dies durch das die Ausstellung begleitende Symbol: Zwei Hände, die durch ihre Daumen miteinander verbunden sind. Sie können als Allegorie für das Mit-und Gegeneinander zweier Kräfte gelten, aber auch als Zeichen einer fiktiven Gemeinschaft oder Bewegung.

Die künstlerische Praxis von Amy Ball zeichnet sich durch ein feinsinniges Gespür für die Abstrusität des menschlichen Daseins aus. Von der Künstlerin verfasste Kurzgeschichten oder Anekdoten bilden häufig die Grundlage ihrer Werke. Ausgehend von meist humorvollen, und stets vielsinnig beschriebenen Situa-tionen, entstehen Installationen, Kurzfilme, Performances und Skulpturen. Amy Balls Werke sind selten abgeschlossen, sondern werden je nach Kontext und architektonischer Umgebung verändert, neu zusam-mengesetzt und ergänzt. Sie besitzen den Charme des Provisorischen, ohne jemals ins Beliebige zu verfal-len. Stattdessen wird jedes Detail wesentlich und jedem Material Bedeutung verliehen. Für ihre Ausstellung im Kunstverein Göttingen inszeniert die Künstlerin einen Balanceakt von Kräften und Materialien. Mit einer raumgreifenden Installation reagiert Amy Ball dabei auf die architektonischen Bedingungen des historischen Künstlerhauses. Im Mittelpunkt steht eine neu entstandene Videoarbeit, für die sie grundlegende Verfahren der Trickfilmtechnik nutzt. „Nothing Has Happened Until Eventually it Does” (2017) zeigt eine nächtliche Straßenszene, in der sich menschliche Schatten über ihre Vorbereitungen auf eine bevorstehende Abreise unterhalten. Inspiriert von Science-Fiction-Erzählungen, entwirft Amy Ball in diesem Kurzfilm und mit der gesamten Ausstellung im Kunstverein Göttingen ein post-apokalyptisches Szenario, welches sich nicht auf eine lineare Lesart beschränken lässt. Vergangenheit und Zukunft kollabieren hier in einer örtlich und zeitlich gedehnten Gegenwart. Dabei macht sie einen Zustand erlebbar, zwischen Gewissheit und Unbekanntem, zwischen dem was schon da ist und dem was noch kommen mag.

Amy Ball (*1987 in Dawson City, Kanada) studierte Bildende Kunst an der Concordia University in Montréal und der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste - Städelschule in Frankfurt a. M.. Der Kunstverein Göttingen freut sich mit „powers” die erste institutionelle Einzelausstellung von Amy Ball in Deutschland zu präsentieren.

Mit Unterstützung der Botschaft von Kanada.