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göttingen

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Lea
Porsager

01.11. – 20.12. 2015

Ring-Pass-Not

Kuratiert von Kordula Fritze-Srbic

Der Kunstverein Göttingen veranstaltet die erste große institutionelle Einzelausstellung von Lea Porsager in Deutschland in den historischen Räumen des Alten Rathauses. Die Ausstellung Ring-Pass-Not schlägt einen Bogen zwischen Wissenschaft, Politik, Feminismus und Esoterik und verbindet erstmals existierende Arbeiten mit neuen Werken. Dabei lenkt Porsager den Blick auf mystische und spiritistische Untersuchungsgegenstände und begleitet den Besucher in periphere und poetische Realitäten.

Das Konzept des sogenannten „ring-pass-not“ wird in der esoterischer Literatur für die Bezeichnung der peripheren Einflusssphäre der zentralen Lebenskraft verwendet und bezieht sich auf alle Dinge, die in der heutigen Wissenschaft nicht erklärbar sind oder verstanden werden können. In der gleichnamigen Ausstellung bildet 3.141592653 (The Non-orientable Tapeworm) (2015) sowohl Anfang als auch Endpunkt des räumlichen und konzeptuellen Gefüges. Hieraus spannt sich ein Netz von Arbeiten, deren Ursprung hybride und spekulative Gedankenexperimente sind und in unterschiedlichen Materialien eine Form finden: Porsagers T-F 3 der Arbeit How to Program and Use T-F (2013) kommentiert das Buch „Thought-Form“ von Annie Besant und C. W. Leadbeater (1901) in dem die Gedankenformen sowohl als immateriell als auch lebendig und sich frei durch Raum und Zeit bewegend beschrieben werden. Die Bronzeobjekte Kundabuffers aus Food for the Moon – Sluggish and Well-lubricated (2013) beziehen sich auf außerirdische Organe, die in das Rückrad von Menschen eingesetzt wurden in dem Science-Fiction-Roman „An Objective Criticism of the Life of Man“ (1950) des armenischen Mystikers G. I . Gurdjieff. Die 81 gebogenen Metallobjekte von Golden Insider – 81 Inflated Facets (2014) verweisen auf die Kundalini Yoga Technologie, die dem Geist 81 Facetten zuteilt – positive (+), negative (-) und neutrale (=). Mit den wurmartig gewundenen Skulpturen verbindet Porsager die Idee des Biegens durch Gedanken mit den Gesetzen der Quantenmechanik und ihren noch zu erforschenden Theorien. Die Dolche von Cut-Splice-Supercluster (2014) schneiden im wörtlichen Sinne verschiedene Konzepte von esoterischen Doktrinen auseinander und fügen sie auf ungewohnte Weise wieder neu zusammen, während #Planck_bed (Handmade Raft: Masturbatory Powertool under Woolly Circumstances with Triangle of Power and Unattached Cunt-flower) (2015) als Fortsetzung von Bewegung der Materie von SPIN Φ (2015) dient.

Begleitet werden die Werke von bestehenden Texten und Filmen sowie einer neuen Textarbeit, die auf unterschiedliche Aspekte und Fragestellungen von Ring-Pass-Not Bezug nimmt. Die auf Schrift und Bild basierenden Werke stellen eine weitere Form derselben Gedanken dar und thematisieren gleichzeitig die Auflösung der Grenze zwischen „Gedanke“ und „Form“.

Lea Porsager (1981, DK) studierte Bildende Kunst an der Königlich Dänischen Kunstakademie, Kopenhagen, sowie an der Städelschule, Frankfurt am Main. In ihrer künstlerischen Praxis untersucht sie die Entwicklung von Denksystemen, deren Ursprung in okkulter und alternativen Bewegungen liegen. Die Documenta13 Künstlerin entwickelt mit dem Erforschen von Sub-Kulturen Strategien, die zur Erweiterung des Wahrnehmungssystems, des Körpers aber auch des Bewusstseins führen. Ihre Arbeiten basieren auf intensiver Forschungsarbeit zu alternativen Denkern wie Rudolf Steiner, Helena Blavatsky, G. I . Gurdjieff und Annie Besant, deren verlorene Arbeiten Porsager als Medium wieder kreierte und bei der Istanbul Biennale 2015 zu sehen waren. Ihre Werke wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u.a: Henie Onstad Kunstsenter, Høvikodden; The Emily Harvey Foundation, New York; Moderna Museet Malmö, Malmö; Kunsthalle Lund, Lund; Open Studio, ISCP, New York; NGBK - Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin; Contemporary Art Centre (CAC), Vilnius; Museum für Bildende Kunst, Arnheim; Kunsthalle Aarhus; dOCUMENTA (13), Kassel; Fotografisk Center, Kopenhagen; KUMU, Tallinn und Nils Stærk, Kopenhagen. Porsager ist Preisträgerin des Carl Nielsen und Anne Marie Carl-Nielsen Stipendiums sowie des Montana Enter Preises. Sie war Artist in Residence im Künstlerhaus Bethanien Berlin 2015.

Mit freundlicher Unterstützung von:
Stiftung Niedersachsen
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Sparkasse Göttingen
Stadt Göttingen
Landschaftsverband Südniedersachsen