kunstverein
göttingen

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Stefan
Ettlinger

07.11. – 26.12. 2010

Malerei

Stefan Ettlinger benutzt fast ausschließlich bereits existierende Bilder als Fundus für seine Malerei. Nach dem Prinzip des Zappings greift er aus der unerschöpflichen Bilderflut der Fernsehkanäle, aus Videos, Illustrierten, Postkarten und eigenen Aufnahmen Szenen und Fragmente heraus und lässt die einzelenn Bildteile in leuchtenden, pastosen Farben aquarellhaft zu großen weitläufigen Landschaftsbildern zusammenfließen. Menschen, Häuser, Pferde, Strandszenen, Märklin-Straßenbahnen werden tableauhaft zu rätselhaften Panoramen zusammenmontiert. Die dünnflüssige Eitempera homogenisiert, was nicht zusammengehört. Da landet ein Ufo im Neubaugebiet, während Polizisten inmitten dünenartiger Landschaften Straßensperren erichten, der biblische Jonas wird vom Fisch verschluckt, und Männer zerlegen eine Luxuslimousine in ihre Einzelteile.

Wer versucht, das Dargestellte als Geschichte oder Szene zu entschlüsseln, verfehlt die Wirkweise dieser Bilder. Sie setzen sich aus gegensätzlichen Versatzstücken und Splittern unserer massenmedial zerstreuten Wahrnehmungswelt zusammen und stellen damit visuelle Ordnung als Prozess, als etwas immer neu Entstehendes dar. Stefan Ettlinger baut Brüche, Zäsuren und Perspektivwechsel ein, setzt realistisch gemalte neben abstrakte Bereiche oder lässt die Leinwand teilweise ganz frei. Dadurch wird jeder einheitliche Erzählduktus aufgehoben und eine eindeutige Bildbotschaft unterlaufen.