kunstverein göttingen

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Ein "Künstlerbuch" entsteht – Projekt mit einer Inklusionsklasse

11.01. – 31.03. 2015

„Die Stadt ist schön und die Nudeln sind verwirrend“

Begleitend zur Ausstellung „Cluster“ von Viktoria Binschtok haben wir vom 12. bis 16. Januar 2015 in Kooperation mit den Schülerlesetagen Göttingen eine Projektwoche mit der Klasse 7.6 der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule durchgeführt. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Herstellung von und dem Umgang mit Bildern im digitalen Zeitalter. Die besondere Vorgehensweise der Künstlerin besteht bei dieser Serie darin, dass sie eigene Fotografien in Bildersuchmaschinen des Internets einstellt und ähnliche Bilder suchen lässt. So kommen oft Verbindungen zustande, auf die wir als Menschen nie gekommen wären. Wie in dem „Black Cluster“, wo zu einer Stadtansicht von Tokio bei Nacht von der Suchmaschine schwarze Nudeln als „ähnlich“ gefunden wurden.

Ziel unseres Projektes ist, aus dem Fotomaterial der Projektwoche ein eigenes „Künstlerbuch“ zu gestalten. Dabei wollten wir nicht einfach die Arbeit von Viktoria Binschtok nachahmen, sondern uns mit allen möglichen Fragen rund ums Thema beschäftigen.

Wo kommen all die Bilder her? Wie gehen wir selber mit der Flut von Bildern um? Wie authentisch, wie wahr sind die Bilder? Wie funktioniert so eine Bildersuchmaschine? Welche Ordnungskriterien legen wir Menschen an, wenn wir Bilder zusammenstellen? Wie „bauen“ wir ein Bild? Wie finden wir ein Bild? Was passiert, wenn man den Kontext ändert, also Bilder in einen neuen Zusammenhang stellt? All diesen Fragen sind wir mit den Schülerinnen und Schülern nachgegangen.

Natürlich nicht nur theoretisch, sondern mit ganz viel eigener Kreativität. Dazu hat Silke Vry, Autorin und Illustratorin von Kinder-Kunst-Büchern, ganz viele tolle Ideen und Materialien mitgebracht und einen dreitägigen Workshop durchgeführt. Wir haben collagiert und fotografiert, mit Mini-Figuren und verschiedenen Materialien kleine Szenerien in Schuhkartons gebastelt und davon Fotos gemacht. Wir haben aus Fruchtgummi, Lakritz, Brausepulver und Smarties Gesichter, Häuser, Muster gelegt und sind mit „Augen“ aus Styroporkugeln durch die Innenstadt gegangen um sie an Fahrradsätteln, Abflussrohren, Mülleimern und noch vielen anderen Gegenständen anzubringen und siehe da, es waren Gesichter.

Ein Ausstellungsbesuch und ein von den Schülerinnen und Schülern selbst vorbereitetes und durchgeführtes Interview mit der Künstlerin gehörte natürlich auch zum Programm. Zum Abschluss unserer Projektwoche kam dann noch Michael Mehle mit seiner „fliegenden Kamera“, die Eva heißt und mit der er Straßen, Plätze, aber auch Menschen von oben aufnehmen kann. Die Schülerinnen und Schüler haben sich zu bestimmen Formen wie Herz oder Schriftzug zusammengestellt und wurden so selbst Teil der Luftaufnahmen. So haben wir noch einmal Kunst und Technik, Mensch und Maschine zusammengeführt.

Die Luftaufnahmen unten stammen von Michael Mehle, er hat sie uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!

Das Projekt wird gefördert von: VGH-Stiftung, KUNST.e.V, Land Niedersachsen, Göttinger Kulturstiftung

Wenn man rechts auf die Bilder klickt, sind sie auch größer und in Farbe zu sehen!