kunstverein göttingen

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Marina
Pinsky

30.06. – 19.08. 2018

Incidents

Voraussetzung und Ausgangspunkt für Marina Pinskys künstlerische Praxis ist die Fotografie und deren Abbildungsverfahren – auch oder gerade wenn sich ihre Werke aus dem Rahmen heraus- in den Raum hineinbewegen und dabei skulpturale Eigenschaften entwickeln. Incidents, ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland, präsentiert im Kunstverein Göttingen eine Auswahl von Werken der vergangenen fünf Jahre. Viele von ihnen sind als Reaktion auf Aufenthalte in Städten wie Brüssel, Basel und Riga entstanden. Aus ihrem ursprünglichen Kontext enthoben, werden die Arbeiten im Rahmen der Ausstellung zueinander in Beziehung gesetzt und provozieren in dieser ungewohnten Konstellation neue Blickwinkel. Im Mittelpunkt der im alten Rathaus stattfindenden Ausstellung steht die künstlerische Auseinandersetzung Pinskys mit Zeitlichkeit: so verbindet die Künstlerin historisch voneinander Entferntes, untersucht Verfahren der Zeitmessung oder macht die Dauer der Betrachtung eines Bildes an sich zum Gegenstand. In vielen der Werke verarbeitet die Künstlerin gefundenes und gesammeltes Bildmaterial, wie zum Beispiel technisch generierte Karten, aus Werbeanzeigen extrahierte Formen, medizinische Aufnahmen sowie historische Fotografien. Einem intuitiven Arbeitsprozess folgend, bei dem sie mit und durch die Kamera denkt, abstrahiert und schichtet Pinsky die gefundenen Vorlagen und kombiniert sie mit Fotografien der Fundorte, Stadtansichten oder Aufnahmen aus ihrem Atelier. Es entstehen Bilder, in denen die Künstlerin das Augenblickliche eines Ereignisses (engl.: „incident“) bzw. einer Fotografie zeitlich und räumlich dehnt und streckt. Die Zeit, die notwendiger Weise aufgebracht wird, um Pinskys Werke wahr- und aufzunehmen, ist somit bereits in die künstlerische Umsetzung eingeschrieben. Die Komplexität der Arbeiten macht es unmöglich, diese Bilder rasch zu „konsumieren“ und verweist auf die materielle Realität des Bildes in einer digital geprägten Gegenwart.

Kuratiert von Tomke Braun

Marina Pinsky (*1986 in Moskau) lebt und arbeitet in Berlin. 2008 schloss sie ihren Bachelor of Fine Arts an der School of the Museum of Fine Arts, Boston ab; anschließend absolvierte sie 2012 einen Master of Fine Arts an der University of California, Los Angeles. Ihre Werke wurden kürzlich in Einzelausstellungen bei De Vleeshal, Middelburg, NL; 303 Gallery, New York, USA; Sydney, Sydney, AU; Kunsthalle Basel, CH; Parallel, Oaxaca, MEX; White Columns, New York, USA; LACMA Special Projects, Los Angeles, USA; und C L E A R I N G Brussels, BE, gezeigt. Sie war bei Gruppenausstellungen wie der Riga International Biennial of Contemporary Art, LV; WIELS, Brüssel, BE; MoMA, New York, USA; Hammer Museum, Los Angeles, USA; La Biennale de Lyon, FR; und der National Gallery of Kosovo beteiligt.

Dank an: CLEARING New York, Brussels; 303 Gallery New York; Katerina Gregos (RIBOCA - Riga International Biennial of Contemporary Art)