Die zweite Ausstellung des Jahres Being Flesh von Roy Köhnke widmet sich dem subjektiven Körper, als Träger der Individualität und Schnittstelle zur Umwelt und zum sozialen Raum. Wie reagiert dieser „Gastgeber“ aus Nerven, Knochen und Fleisch auf den technologischen Fortschritt, der von der biomedizinischen Industrie an ihn herangetragen wird? Oder wie wirken sich Erfassung, Normen und Regeln, die von Politik und Gesellschaft vorgegeben werden, auf das körperliche Selbstverständnis aus?
Der französische Künstler Roy Köhnke (*1990) ist prädestiniert dafür, in Göttingen dieses virulente Themengebiet in Form plastisch–installativer Arbeiten aus dem Bereich der zeitgenössischen Bildhauerei umzusetzen. Dabei interessiert ihn besonders die Fragestellung: Wie hat sich unser Bild des humanen Körpers historisch konstituiert? Welche Formen der bildgebenden Medien wurden eingesetzt und welche anatomischen Wahrheiten auf welche Weise etabliert? Da der Transhumanismus primär am menschlichen Körper ansetzt, sind die Werkreihen in Being Flesh elementar für den Diskurs unseres Jahresthemas 2026: TRANSHUMAN.
Einer Einladung der Professur für Materialität des Wissens folgend, setzt Michael Schmid seit 2022 ausgiebig mit den architektonischen, stofflichen und ästhetischen Gegebenheiten verschiedener Standorte der Universität Göttingen auseinander.
Durch die enge Kooperation mit dem Kunstverein gipfelt diese künstlerische Forschung jetzt in der Einzelausstellung Support for Speakers im Künstlerhaus Göttingen. Die entstandenen Fotografien, Objekte, installative Elemente und Klänge werden zueinander in Bezug gesetzt und untersuchen dabei formgebend die Bedingungen, unter denen Wissen, Bilder und Bedeutungen sichtbar, gespeichert und weitergegeben werden. So werden auch ungewöhnliche Perspektiven auf die materielle Beschaffenheit und historische Entwicklung von Wissensstandorten eröffnet.
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Öffnungszeiten:
Dienstag & Donnerstag
15:00 – 18:00 Uhr


