November 2025

29NovGanztätigWorkshop mit Studierenden der Biologie und Kunst zu der Ausstellung "Between The Lines" von Marjolijn DijkmanAltes Rathaus

Spurenkratzen

 

Am 29. November 2025 erkundete eine Gruppe von zehn Teilnehmenden mit großer Neugier und Einfallsreichtum die Ausstellung Between the Lines“ der Künstlerin Marjolin Dijkman. Die Annäherung an die verschiedenen Themenfelder wurde durch diskursive und kreative Praktiken hergestellt. Assoziativ konnten Antworten entwickelt werden auf Fragen wie: welches Material sehen wir? Was ist der Unterschied zwischen Ladung und Spannung? Wie kommt es zu häufigen optischen Wiederholungen in der Natur, wie beispielsweise zwischen Fulguriten und austreibenden Kartoffeln oder Meeres-Korallen?

Die Künstlerin, Kunstwissenschaftlerin und Kunstvermittlerin Flora Lou Matilde Saß, leitete in diesem Workshop eine Gruppe von Studierenden durch die Ausstellungsräume. Die Zusammensetzung aus Kasseler und Göttinger Studierenden aus den Bereichen Kunst und Biologie bezog sich hervorragend auf die Auswahl von Arbeiten, die sich schwerpunktmäßig mit Biologie – wie Wald und Mikroorganismen – auseinandersetzt.

Nach einem zweistündigen Rundgang durch die Ausstellungsräume und vielen Gesprächen begann das praktische Arbeiten. In der Auseinandersetzung mit dem Themenbereich „Elektronik und seltene Erden“ verfolgt die Künstlerin das Ziel, versteckte Abläufe und Mechanismen wieder für das menschliche Auge sichtbar zu machen. Hier arbeitete also auch die Gruppe mit Strukturen, die auf einem elektronischen Bildschirm entstehen, wird er mit einem Handy abfotografiert. Ausgedruckt auf Folie, dienten die Struktur-Bilder als Unterlage zum Sticken oder für Wackelbilder, die gebastelt wurden, um Verschiebungen durch Bewegung zu kreieren.

Im Themenbereich „Nachwirkungen von Verdun“ arbeitet Marjolijn Dijkman mit der optischen Analogie zwischen Granatsplittern und Baumrinde, in die sie Borkenkäfergänge fräst. Die eigenen Wege des Alltags zum Ausgang nehmend, zeichneten einige Teilnehmenden Spuren in Prägefolie, die als ihre persönliche „Lebensrinde“ verstanden werden kann. Unter anderem wurde auch mit dem Umriss der Folie gespielt, indem Strukturen ähnlich der elektronischen Aura aus der Arbeit „Depth Discharge“ aufgegriffen wurden.

Den dritten thematischen Schwerpunkt setzt Dijkman mit mikroskopischen Aufnahmen von Kleinstwesen im Wasser, die sie mit schwermütiger Filmmusik unterlegt. Die Kombination einer Bild- und Tonebene, die sich durch Kontraste auszeichnet, wurde ebenfalls durch einen Film von zwei Teilnehmenden aufgegriffen: Bilder von Tinte in Wasser unterlegten sie mit Geräuschen aus der Ausstellung.

Abschließend stellten sich die Teilnehmenden gegenseitig ihre Arbeiten vor und nahmen sie stolz mit nach Hause.

Text: Flora Saß

 

 

Datum

29. November (Samstag)

Veranstaltungsort

Altes Rathaus

Markt 9, 37073 Göttingen

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