Kategorie Ausstellungseröffnung
März
28Feb(Feb 28)17:0012Apr(Apr 12)17:00Ausstellung – Mit BorrásNATORU ナとルKünstlerhaus Göttingen
TRANSHUMAN N°1 Mit Borrás NATORU ナとル kuratiert von Stephan Klee Vernissage Samstag, den 28. Feb 17 – 20 Uhr Laufzeit 1. Mär – 12. Apr 2026 Di – Fr 14 – 18 Uhr Sa – So 11
TRANSHUMAN N°1
Mit Borrás
NATORU ナとル
kuratiert von Stephan Klee
Vernissage
Samstag, den 28. Feb 17 – 20 Uhr
Laufzeit
1. Mär – 12. Apr 2026
Di – Fr 14 – 18 Uhr
Sa – So 11 – 17 Uhr
Ort
Künstlerhaus Göttingen (1. OG)
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen
EINFÜHRUNG
Gehört die Erschaffung einer nahezu perfekten universellen Utopie, in der Natur, Technologie und menschliche Existenz endlich eine ausgewogene und blühende Koexistenz gefunden haben, auch zu den Leistungen aktueller Kunst? Der Kunstverein Göttingen gibt zum Auftakt des Jahres hier eine klar positive Antwort und liefert nebenbei einige stichhaltige Argumente, transhumanistische Entwicklungen nicht ausschließlich skeptisch zu betrachten.
Die erste Soloausstellung des neuen Jahres-Programms 2026 TRANSHUMAN wird von dem spanischen Künstler Mit Borrás ausgerichtet und heißt NATORU ナとル. Im konzeptuellen Zusammenspiel verschiedener Medien zeichnet der Madrilene eine bildgewaltige, immersive Vision davon, wie großartig die Zukunft sein könnte. Zugegeben, ein eher seltener Ansatz in unserer von Skepsis geprägten Zeit, aber gerade deshalb ein vielleicht befreiender Entwurf und ein guter Einstieg in das Thema transhumane Tendenzen.
Mit starker Ausrichtung zu neuen Technologien wie Computer–Renderings und digitalen Filtern, 3D–Print, animierten Videos und Drohnen-Kameraflügen in seinen Ausdrucksmedien arbeitet Mit Borrás seit Jahren systematisch an aufwendigen Videoproduktionen, immer passend fusioniert mit immersiven Raum-Settings in einem markanten Design von hohem Wiedererkennungswert. Für diese aufwendigen Arbeiten betreibt er in Madrid die Produktionsfirma CAVVE zusammen mit seiner Art–Direktorin und Partnerin Rachel Lamot. Als kongeniales Duo unterhalten sie sehr fruchtbare Verbindungen in die Performance– und Videokunst–Szene, aber auch zu nahen wissenschaftlichen Disziplinen wie der Philosophie, den Bio-Wissenschaften oder der Kybernetik.
Der Künstler ist stark inspiriert von den poststrukturellen Dispositiven des Cyberfeminismus, Post–Naturalismus und Transhumanismus, was seinen Blick für die Möglichkeiten von Technologie und Arten–Hybridität öffnet. Parallel dazu verortet er sich selbst auch stark in den Traditionen der teils jahrtausendealten Naturkonzeptionen des Animismus, Schamanismus, Spiritualismus und Mystizismus, was seiner tiefen Verbundenheit zu Natur erwächst und diese weiter nährt. Maßgeblich beeinflusst von den Theorien Donna Haraways, Bruno Latours, Mark Fischers und Gilles Deleuzes, folgt Mit Borrás einem zyklischen, fluiden, postpatriarchalen und ökologischen Weltbild, was sich auch stark in seinen Werken niederschlägt. Diese sind meist gekennzeichnet durch eine verführend wirksame und teils meditative Fusion von Technik, Natur und Mensch, welche alle seine jüngeren Arbeiten seit 2017 ausmacht.
Der Kern des Ausstellungstitels Titels „nato“ kommt aus dem Lateinischen und hat vielfache Bedeutungen: z.B. „geboren werden“ oder die ich-Form von „schwimmen, „wogen“, „wallen“ und „schwanken“ bis hin zu „den Kindern“. Im Spanischen bedeutet „nato“ schlicht „geboren“. Die Japanische Silbe „Ru“ rundet den Titel ab und verweist nicht nur auf die japanische Inspiration in der Ausstellung, sondern unterstreicht auch den aktiven Charakter des Titels, da „Ru“ im Japanischen oft Verben finalisiert. Frei übersetzt könnte NATORU z.B. „fortwährende Entstehung“ bedeuten.
Diese Verbindung von westlicher und fernöstlicher Kultur im Titel ist nicht zufällig, sondern unterstreicht die tiefere Konzeption der Ausstellung. Inspiriert vom mystischen Wald Aokigahara in Japan, erschafft Mit Borrás im Künstlerhaus eine Umgebung für die Geburt und Anwesenheit zukünftiger Kreaturen. Dazu kombiniert er die direktive Kraft von Weissagungen in dem Video L.Y.R.A. – The Oracle (2025) mit der essentiellen Bedeutung des Waldes für die menschliche Existenz in der zentralen Projektion HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022). Und final haucht der Künstler bereits einer neuen Spezies den Odem ein; die Präsenz dieser atmenden Skulptur zieht sich durch die Räume.
In dieser Vernetzung von Werken werden Varianten des Austausches von Impulsen, Informationen und Stoffen aufgezeigt. Inszeniert über die Grenzen der Spezies und über die Grenzen von belebter und unbelebter Materie hinweg, erproben diese diversen Spielarten neue Formen der Kooperation und Co–Habitation. Die gezeigten Potentiale verstärken die Hoffnung, dass ein gegenseitiges Anpassen, proaktive Formen von Empathie und gattungsübergreifende Fusionen gebündelt mit neuen Technologien in eine nachhaltige Zukunft für alle führen könnte. Auch dieser bejahenden Version des Fortschritts ein Forum zu bieten, war nicht nur aus künstlerischer Qualität geboten, sondern auch, um den angestrebten diskursiven Austausch mit einer positiven Prognose ausgeglichen zu halten.
PROGRAMM
Sa, 28. Feb 17 – 20 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung
durch den Kurator Stephan Klee
So 8. Mär / So 15. Mär / So. 29. Mär
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler
So 12. Apr 15 – 17 Uhr
Finissage
15 Uhr
Führung und Gespräch – „Walk and Talk“
durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang
Veranstaltungsbilder:
Mit Borrás. Hanaba. Adaptasi Cycle. Film. Installation | Performance. Werk von MIt Borrás. Art Director Rachel Lamot, Musik Daniel Vacas Peralta. Mit Weixin Quek Chong, geschrieben von Mit Borrás & Rachel Lamot, Modedesign Kim Rosario, Modedesign Path von Janine Grosche, Drohne Liu Zhang, Drohnenfeld Jesús Moreno, Klinische Abteilung Gómez Bravo, Zahnärztliche Abteilung Dentix, Relevium, Make-up Andréa Méndez, Eloy Noguera Atienza, Produktionsdesign Cavve. Bilder mit freundlicher Genehmigung des Künstlers, 2023
ÜBER DEN KÜNSTLER
Mit Borrás (geb. 1982 in Madrid) ist ein spanischer bildender Künstler, der zwischen Madrid und Berlin lebt und für seine bahnbrechenden Arbeiten und wegweisenden Beiträge zur zeitgenössischen bildenden Kunst, Videokunst, Medieninstallation und digitalen Kunst mit Performance bekannt ist. Seine transdisziplinäre Praxis befasst sich mit dem komplexen Zusammenspiel zwischen Mensch, Natur und Technologie und untersucht häufig Themen wie Anpassung, Posthumanismus, Bioethik und digitale Sinnlichkeit durch immersive Videoinstallationen, Performances und Multimedia-Arbeiten. Borrás‘ Kunst zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, das Alte mit dem Futuristischen zu verschmelzen und spekulative Mythologien zu schaffen, die tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln.
Den persönlichen Weltentwurf im jüngeren Œuvre des Künstlers fächert der zentrale Werkkomplex Adaptasi auf. Mit der Art Direktorin Rachel Lamot und vielen anderen Akteurinnen und Akteuren wurde über die Jahre ein multimedialer Zyklus erstellt, welcher aus folgenden sechs Teilen besteht: PHANTOM LIMB (ADAPTASI CYCLE 2021), HEAVVEN (ADAPTASI CYCLE 2021), EUPHORIA (ADAPTASI CYCLE 2022), HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022), YOKAI スワミ (ADAPTASI CYCLE 2022), HERMES (ADAPTASI CYCLE 2025). Der Titel „Adaptasi“ bezieht sich auf die Fähigkeit zu adaptieren, sich anzupassen. Mit HANABA 突变花 als zentrales Werk ist der Adaptasi–Zyklus auch in Göttingen stark repräsentiert, allerdings als Grundlage für einen eigenständigen, künstlerischen Erzählstrang.
mehr Informationen >>https://mitborras.com
DAS JAHRESPROGRAMM
TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)
Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DISAPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.
Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.
Wir danken unseren Förderern: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

Datum
28. Februar (Samstag) - 12. April (Sonntag)
Veranstaltungsort
Künstlerhaus Göttingen
Gotmarstraße 1
Öffnungszeiten
Dienstag – Freitag 14 – 18 Uhr
Samstag – Sonntag 11 – 18 Uhr
April
28Feb(Feb 28)17:0012Apr(Apr 12)17:00Ausstellung – Mit BorrásNATORU ナとルKünstlerhaus Göttingen
TRANSHUMAN N°1 Mit Borrás NATORU ナとル kuratiert von Stephan Klee Vernissage Samstag, den 28. Feb 17 – 20 Uhr Laufzeit 1. Mär – 12. Apr 2026 Di – Fr 14 – 18 Uhr Sa – So 11
TRANSHUMAN N°1
Mit Borrás
NATORU ナとル
kuratiert von Stephan Klee
Vernissage
Samstag, den 28. Feb 17 – 20 Uhr
Laufzeit
1. Mär – 12. Apr 2026
Di – Fr 14 – 18 Uhr
Sa – So 11 – 17 Uhr
Ort
Künstlerhaus Göttingen (1. OG)
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen
EINFÜHRUNG
Gehört die Erschaffung einer nahezu perfekten universellen Utopie, in der Natur, Technologie und menschliche Existenz endlich eine ausgewogene und blühende Koexistenz gefunden haben, auch zu den Leistungen aktueller Kunst? Der Kunstverein Göttingen gibt zum Auftakt des Jahres hier eine klar positive Antwort und liefert nebenbei einige stichhaltige Argumente, transhumanistische Entwicklungen nicht ausschließlich skeptisch zu betrachten.
Die erste Soloausstellung des neuen Jahres-Programms 2026 TRANSHUMAN wird von dem spanischen Künstler Mit Borrás ausgerichtet und heißt NATORU ナとル. Im konzeptuellen Zusammenspiel verschiedener Medien zeichnet der Madrilene eine bildgewaltige, immersive Vision davon, wie großartig die Zukunft sein könnte. Zugegeben, ein eher seltener Ansatz in unserer von Skepsis geprägten Zeit, aber gerade deshalb ein vielleicht befreiender Entwurf und ein guter Einstieg in das Thema transhumane Tendenzen.
Mit starker Ausrichtung zu neuen Technologien wie Computer–Renderings und digitalen Filtern, 3D–Print, animierten Videos und Drohnen-Kameraflügen in seinen Ausdrucksmedien arbeitet Mit Borrás seit Jahren systematisch an aufwendigen Videoproduktionen, immer passend fusioniert mit immersiven Raum-Settings in einem markanten Design von hohem Wiedererkennungswert. Für diese aufwendigen Arbeiten betreibt er in Madrid die Produktionsfirma CAVVE zusammen mit seiner Art–Direktorin und Partnerin Rachel Lamot. Als kongeniales Duo unterhalten sie sehr fruchtbare Verbindungen in die Performance– und Videokunst–Szene, aber auch zu nahen wissenschaftlichen Disziplinen wie der Philosophie, den Bio-Wissenschaften oder der Kybernetik.
Der Künstler ist stark inspiriert von den poststrukturellen Dispositiven des Cyberfeminismus, Post–Naturalismus und Transhumanismus, was seinen Blick für die Möglichkeiten von Technologie und Arten–Hybridität öffnet. Parallel dazu verortet er sich selbst auch stark in den Traditionen der teils jahrtausendealten Naturkonzeptionen des Animismus, Schamanismus, Spiritualismus und Mystizismus, was seiner tiefen Verbundenheit zu Natur erwächst und diese weiter nährt. Maßgeblich beeinflusst von den Theorien Donna Haraways, Bruno Latours, Mark Fischers und Gilles Deleuzes, folgt Mit Borrás einem zyklischen, fluiden, postpatriarchalen und ökologischen Weltbild, was sich auch stark in seinen Werken niederschlägt. Diese sind meist gekennzeichnet durch eine verführend wirksame und teils meditative Fusion von Technik, Natur und Mensch, welche alle seine jüngeren Arbeiten seit 2017 ausmacht.
Der Kern des Ausstellungstitels Titels „nato“ kommt aus dem Lateinischen und hat vielfache Bedeutungen: z.B. „geboren werden“ oder die ich-Form von „schwimmen, „wogen“, „wallen“ und „schwanken“ bis hin zu „den Kindern“. Im Spanischen bedeutet „nato“ schlicht „geboren“. Die Japanische Silbe „Ru“ rundet den Titel ab und verweist nicht nur auf die japanische Inspiration in der Ausstellung, sondern unterstreicht auch den aktiven Charakter des Titels, da „Ru“ im Japanischen oft Verben finalisiert. Frei übersetzt könnte NATORU z.B. „fortwährende Entstehung“ bedeuten.
Diese Verbindung von westlicher und fernöstlicher Kultur im Titel ist nicht zufällig, sondern unterstreicht die tiefere Konzeption der Ausstellung. Inspiriert vom mystischen Wald Aokigahara in Japan, erschafft Mit Borrás im Künstlerhaus eine Umgebung für die Geburt und Anwesenheit zukünftiger Kreaturen. Dazu kombiniert er die direktive Kraft von Weissagungen in dem Video L.Y.R.A. – The Oracle (2025) mit der essentiellen Bedeutung des Waldes für die menschliche Existenz in der zentralen Projektion HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022). Und final haucht der Künstler bereits einer neuen Spezies den Odem ein; die Präsenz dieser atmenden Skulptur zieht sich durch die Räume.
In dieser Vernetzung von Werken werden Varianten des Austausches von Impulsen, Informationen und Stoffen aufgezeigt. Inszeniert über die Grenzen der Spezies und über die Grenzen von belebter und unbelebter Materie hinweg, erproben diese diversen Spielarten neue Formen der Kooperation und Co–Habitation. Die gezeigten Potentiale verstärken die Hoffnung, dass ein gegenseitiges Anpassen, proaktive Formen von Empathie und gattungsübergreifende Fusionen gebündelt mit neuen Technologien in eine nachhaltige Zukunft für alle führen könnte. Auch dieser bejahenden Version des Fortschritts ein Forum zu bieten, war nicht nur aus künstlerischer Qualität geboten, sondern auch, um den angestrebten diskursiven Austausch mit einer positiven Prognose ausgeglichen zu halten.
PROGRAMM
Sa, 28. Feb 17 – 20 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung
durch den Kurator Stephan Klee
So 8. Mär / So 15. Mär / So. 29. Mär
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler
So 12. Apr 15 – 17 Uhr
Finissage
15 Uhr
Führung und Gespräch – „Walk and Talk“
durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang
Veranstaltungsbilder:
Mit Borrás. Hanaba. Adaptasi Cycle. Film. Installation | Performance. Werk von MIt Borrás. Art Director Rachel Lamot, Musik Daniel Vacas Peralta. Mit Weixin Quek Chong, geschrieben von Mit Borrás & Rachel Lamot, Modedesign Kim Rosario, Modedesign Path von Janine Grosche, Drohne Liu Zhang, Drohnenfeld Jesús Moreno, Klinische Abteilung Gómez Bravo, Zahnärztliche Abteilung Dentix, Relevium, Make-up Andréa Méndez, Eloy Noguera Atienza, Produktionsdesign Cavve. Bilder mit freundlicher Genehmigung des Künstlers, 2023
ÜBER DEN KÜNSTLER
Mit Borrás (geb. 1982 in Madrid) ist ein spanischer bildender Künstler, der zwischen Madrid und Berlin lebt und für seine bahnbrechenden Arbeiten und wegweisenden Beiträge zur zeitgenössischen bildenden Kunst, Videokunst, Medieninstallation und digitalen Kunst mit Performance bekannt ist. Seine transdisziplinäre Praxis befasst sich mit dem komplexen Zusammenspiel zwischen Mensch, Natur und Technologie und untersucht häufig Themen wie Anpassung, Posthumanismus, Bioethik und digitale Sinnlichkeit durch immersive Videoinstallationen, Performances und Multimedia-Arbeiten. Borrás‘ Kunst zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, das Alte mit dem Futuristischen zu verschmelzen und spekulative Mythologien zu schaffen, die tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln.
Den persönlichen Weltentwurf im jüngeren Œuvre des Künstlers fächert der zentrale Werkkomplex Adaptasi auf. Mit der Art Direktorin Rachel Lamot und vielen anderen Akteurinnen und Akteuren wurde über die Jahre ein multimedialer Zyklus erstellt, welcher aus folgenden sechs Teilen besteht: PHANTOM LIMB (ADAPTASI CYCLE 2021), HEAVVEN (ADAPTASI CYCLE 2021), EUPHORIA (ADAPTASI CYCLE 2022), HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022), YOKAI スワミ (ADAPTASI CYCLE 2022), HERMES (ADAPTASI CYCLE 2025). Der Titel „Adaptasi“ bezieht sich auf die Fähigkeit zu adaptieren, sich anzupassen. Mit HANABA 突变花 als zentrales Werk ist der Adaptasi–Zyklus auch in Göttingen stark repräsentiert, allerdings als Grundlage für einen eigenständigen, künstlerischen Erzählstrang.
mehr Informationen >>https://mitborras.com
DAS JAHRESPROGRAMM
TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)
Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DISAPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.
Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.
Wir danken unseren Förderern: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

Datum
28. Februar (Samstag) - 12. April (Sonntag)
Veranstaltungsort
Künstlerhaus Göttingen
Gotmarstraße 1
Öffnungszeiten
Dienstag – Freitag 14 – 18 Uhr
Samstag – Sonntag 11 – 18 Uhr











