Schlagwortarchiv für: Stephan Klee

Gespräch und Finissage – Michael Schmid

EINLADUNG ZUM PROGRAMM

TRANSHUMAN N°3
Michael Schmid
Support for Speakers

präsentiert in Kooperation zwischen der Professur Materialität des Wissens der Universität Göttingen und dem Kunstverein Göttingen

Sam, 22. Aug 17 Uhr
Einladung zum Ausstellungsgespräch

Wir freuen uns, Sie am Samstag, den 22. August, um 17:00 Uhr zu einem Ausstellungsgespräch mit dem Künstler Michael Schmid und der Kunsthistorikerin Dr. Jana August einzuladen. Stephan Klee, Künstlerischer Leiter des Kunstvereins, wird die Veranstaltung moderieren, die anlässlich der Einzelausstellung „Support for Speakers“ von Michael Schmid im Göttinger Kunstverein stattfindet.

Was zeigt uns ein Objekt und wann wird es zum Bild? Was trennt künstlerische von wissenschaftlichen Dingen, analoge von digitaler Fotografie? Was erzählen die Dinge, Oberflächen und Strukturen von sozialen und ökonomischen Zusammenhängen? Was verbindet Atelier, Künstlerhaus und Campus? In Kooperation mit dem Kunstverein Göttingen entstand im Rahmen der Reihe „Kunst aus Sammlungen“ der Professur Materialität des Wissens der Göttinger Universität eine neue Werkreihe Schmids. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen über die Arbeiten und die daraus entstehenden Fragen ins Gespräch zu kommen. Das Gespräch wird auf Deutsch stattfinden.

Michael Schmid arbeitet mit Fotografie, Skulptur und Installation. Seine Arbeiten untersuchen die materiellen und institutionellen Bedingungen von Bildern, ihre Träger, Produktionsprozesse und Formen der Präsentation. Er studierte Bildende Kunst an der Hochschule für Künste Bremen und Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Er wird von der Galerie K’ in Bremen vertreten.
Jana August ist Kunst- und Bildhistorikerin. Als Vertretungsprofessorin leitet sie aktuell den Arbeitsbereich „Materialität des Wissens“ am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Göttingen. Im Rahmen der Reihe „Kunst aus Sammlungen“ koordiniert und kuratiert sie seit 2019 zusammen mit Prof. Dr. Margarete Vöhringer Projekte mit zeitgenössischen Künstler*innen in den historischen Sammlungen sowie im Forum Wissen der Göttinger Universität. In ihrer Forschung und Lehre interessieren sie die Kunstgeschichte sowie materielle Kultur der Moderne, Museums-, Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte sowie Wissensgeschichte und deren Bildwelten. Sie hat in wechselnden Funktionen frei für Ausstellungshäuser, Museen und Festivals gearbeitet.
Stephan Klee ist Kurator und Kulturmanager aus Berlin und seit 2024 mit der Künstlerischen Leitung des Kunstvereins Göttingen e.V. betraut. Er studierte Philosophie, Neuere Deutsche Geschichte und Bildende Kunst in Berlin und widmet sich seit 2006 als freier Kurator international in diversen Kooperationen der zeitgenössischen Kunst. In der Kooperation der Universität und des Kunstvereins Göttingen sieht er gute Chancen, Theorie, Ausbildung und Praxis am Standort Göttingen noch besser zu verbinden und damit sowohl die Aktivitäten des Kunstvereins, als auch die der Universität zu erweitern und zu bereichern.

 


Son, 23. Aug 15 Uhr
Einladung zur Finissage
Am Sonntag, den 23. August von 15 – 17 Uhr findet die Finissage der Ausstellung statt. Wir starten direkt mit einer Führung von Stephan Klee um 15 Uhr bis circa 16 Uhr, um dann die Ausstellung bis um 17 Uhr gemeinsam ausklingen zu lassen. Es werden freie Getränke gereicht, der Eintritt ist frei.

 


Laufzeit
12. Juli – 23. Aug 2026
Di – Fr 16 – 18 Uhr
Sa + So 11 – 16 Uhr

Ort

Künstlerhaus Göttingen (1. OG)
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen

Eintritt:
Der Eintritt ist generell frei


VERBLEIBENDES PROGRAMM

So 16. Aug 15 Uhr
Sonntagstour mit Stephan Klee
(Eintritt frei)

Sa 22. Aug 17 – 19 Uhr
Ausstellungsgespräch zu Support for Speakers
Mit Michael Schmid, Dr. Jana August und Stephan Klee
Sa 22. Aug 19 – 21 Uhr
Filmvorführung Trafic von Jacques Tati, 1971
(Eintritt frei)

So 23. Aug 2026 ab 15 – 17 Uhr
Finissage
15 Uhr
Führung
„Walk and Talk“ – durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang
(Eintritt frei)


Veranstaltungsbilder:
Michael Schmid, Ohne Titel (Mathematisches Institut, Bunsenstraße) 2022/2026, Pigmentdruck, 25×20 cm, VG Bildkunst Bonn | Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers


 



ÜBER DEN KÜNSTLER

Michael Schmid lebt und arbeitet in Berlin. In seinen Arbeiten verbindet er Fotografie, Skulptur und Installation. Ausgangspunkt sind häufig industrielle Materialien, fotografische Verfahren und Präsentationssysteme, deren Funktionen sich zwischen Bild, Objekt und Träger verschieben. Seine Arbeiten untersuchen Oberflächen, Trägersysteme und räumliche Situationen, in denen sich Material und Bild gegenseitig bedingen.

mehr Informationen >> schmidmichael.com/

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Universität Göttingen, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.


 

Vernissage – Nieves de la Fuente

EINLADUNG ZUR VERNISSAGE

TRANSHUMAN N°4
Nieves de la Fuente
Xenoform

kuratiert von Stephan Klee

Die multimedialen Installationen und Werke der spanischen Künstlerin Nieves de la Fuente in ihrer Ausstellung Xenoform weisen „fremde Formen“ auf. Das liegt nahe, da sich die Arbeiten in dieser Ausstellung mit Territorien in naher Zukunft, auf anderen Planeten und Landschaften auseinandersetzen, die intensiv vom Menschen genutzt werden. Damit liegt der Fokus auf der extraterrestrischen Ressourcengewinnung für die industriell–technologischen Grundlagen eines potenziellen Transhumanismus in naher Zukunft.
Zum Begehen und zum Erkunden dieser „Kunstwelten“ laden wir Sie hiermit sehr herzlich zur Vernissage am Samstag, den 8. August, ins erste Obergeschoss des Alten Rathauses ein. Nach den Willkommens– und Einführungsreden, werden die Künstlerin und der Kurator vor Ort sein, um die gezeigten Werke zu vermitteln und auch technische Hilfestellung bei den interaktiven Arbeiten zu geben. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und darauf, dass wir diese außergewöhnliche Position in der Wissensstadt Göttingen für 8 Wochen zeigen können.

Vernissage
Samstag, den 8. August 17 Uhr
geöffnet bis 20 Uhr (Eintritt frei)

Ort
Altes Rathaus Göttingen (1. OG)
Markt 9
37073 Göttingen



An der Schnittstelle von ökonomisch transformiertem Gebiet und multimedialer Installation im Galerieraum nutzt Nieves de la Fuente häufig Virtual Reality, Browser Experience oder Augmented Reality, um die Betrachterinnen und Betrachter ihrer Arbeiten in historische Ereignisse, surrealistische Szenarien oder reale Orte mit besonderer Bedeutung – wie z.B. dem mondähnlichen (eher Mars–) Tagebaugebiet Rio Tinto in Südspanien – eintauchen zu lassen. Sie arbeitet u.a. an fortlaufenden Serien, die sich – dank des Digitalen – mit der (Re-)Visualisierung unmöglicher Welten und deren Verschmelzung mit dem realen Raum beschäftigen. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf computergestützter Bildgebung und Kartierung sowie auf der Beziehung zur visuellen Wahrnehmung – ein relevanter Aspekt in einer Zeit, in der sich computergestützte Bildgebungstechnologien rasant entwickeln.

 


PROGRAMM

Sa, 8. Aug ab 17 Uhr
Vernissage
Willkommensreden und Einführung in die Ausstellung
Die Künstlerin und der Kurator werden vor Ort sein
geöffnet bis 20 Uhr (Eintritt frei)

So 30. Aug / So 20. Sep / So. 27. Sep
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler bzw. Stephan Klee

Sa 3. Okt 2026 um 11 – 16 Uhr
Die Kunst Matinée
mit Führung und Podiumsgespräch

So 4. Okt 2026 um 11 Uhr
Finissage
„Walk and Talk“ – durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
und Ausklang
geöffnet bis 14 Uhr (Eintritt frei)


Laufzeit
9. August – 4. Okt 2026
Di – So 11 – 17 Uhr

Ort

Altes Rathaus Göttingen (1. OG)
Markt 9
37073 Göttingen

Eintritt:
€ 3,00 / € 1,50 (ermäßigt)
Gäste bis 18 Jahren frei
Kultur-Ticket frei
Vernissagen und Finissagen frei


Veranstaltungsbilder:
Nieves de la Fuente ODD // FOES – Series, 2023, generiertes Bild, courtesy the artist, @ VG Bild-Kunst Bonn, 2026
Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin

 



DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Hochschule Bielefeld, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.


 

Ausstellung – Nieves de la Fuente

TRANSHUMAN N°4
Nieves de la Fuente
Xenoform

kuratiert von Stephan Klee


Vernissage
Samstag, den 8. August 17 Uhr
geöffnet bis 20 Uhr (Eintritt frei)

Laufzeit
9. August – 4. Okt 2026
Di – So 11 – 17 Uhr

Ort

Altes Rathaus Göttingen (1. OG)
Markt 9
37073 Göttingen

Eintritt:
€ 3,00 / € 1,50 (ermäßigt)
Gäste bis 18 Jahren frei
Kultur-Ticket frei
Vernissagen und Finissagen frei

 


EINFÜHRUNG

„Wir glauben, es gibt kein materielles Problem – sei es von der Natur oder Technologie verursacht – das nicht durch mehr Technologie gelöst werden kann!“ *

Wenn die Technologisierungs–Utopien des Transhumanismus in absehbarer Zeit in eine durchschlagende Realisierungsphase eintreten sollen, spielen bestimmte Pläne der führenden amerikanischen Technologie Konzernchefs eine entscheidende Rolle. Bei Ihnen herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass der Weltraum schnellstmöglich besiedelt werden sollte, um mit extraterrestrischen Ressourcen den Bedarf für die steigende Produktion abzudecken. Die Ressourcen der Erde sind endlich, ein neuer Wettlauf wurde eröffnet, nur das Motto heißt diesmal nicht „Go West! sondern eher „Go Mars!“ Damit nimmt die geschäftliche Raumfahrt eine neue Schlüsselrolle für die Durchsetzung einer Agenda expansiver, privater Technik-Implementierung ein; Elon Musk mit „SpaceX“ und „Starlink“ und Jeff Bezos mit „Blue Origin“ sind prominente Beispiele.

Viele Werke der spanischen Künstlerin Nieves de la Fuente greifen relevante Aspekte zu dieser Thematik auf. Die multimedialen Installationen setzen sich beispielsweise mit expansivem Bergbau auseinander und zeigen u.a. die totale topographische Verwerfung der ursprünglichen Landschaft, welche nach dem Abbau in ihrer leblosen Andersartigkeit frappierend direkt an die Oberfläche fremder Planeten erinnert. Durch das Mischen von echten Aufnahmen, digital gescannten und computergenerierten Visualisierungen werden die gezeigten Territorien einerseits noch schwerer fassbar, andererseits wirken sie in der hochtechnologischen Simulation noch futuristischer. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der gezeigten Gebiete verschmelzen in entrückten, fast surrealen Visionen, welche eigentlich dennoch einen akuten Handlungsbedarf aufzeigen. Denn es ist zu berücksichtigen, dass es solche verwüsteten Gebiete tatsächlich auf der Erde gibt und sie sich ausbreiten. Für diesen Themenkomplex stehen u.a. die Werkreihen von „Bridge“, von „No habrá servicio los Domingos ni en el cumpleaños de la Reina Victoria“ oder von „Reliquia de las Disciplinas Geográficas“, welche alle Teil dieser Ausstellung sind.
Andere Projekte in der Ausstellung, wie z.B. „Night Companions“ oder „ODD//FOES“ (Orbital Distant Debris Falling on Earth Surface) thematisieren die wachsende Anzahl von Satelliten, welche als Netz die Erde umspannen oder fern von ihr als „Pfadfinder“ den Weltraum durchqueren. Diese Flugkörper sind bereits grundlegend für Kommunikation und Navigation der Menschen und bilden zukünftig die Basis für eine mögliche Eroberung des Weltraums. Doch wer hat die Macht über diese Flugkörper und was passiert, wenn sie ausfallen? Auf der Erde dienten einst die Sterne der Navigation von Tieren und Menschen, heute haben erstere häufig das Nachsehen, da sie auf Sterne angewiesen sind, diese aber nicht mehr von leuchtenden „Satellitenpunkten“ am Nachthimmel unterscheiden können.

Nieves de la Fuente zeigt diese fünf Werkgruppen in ihrer Einzelausstellung in Göttingen und bereichert damit das Jahresthema TRANSHUMAN vielschichtig mit den neuen Bereichen und Aspekten aus ihrem Œuvre. Obschon inhaltlich komplex, konkretisiert die Künstlerin die Themen anhand realer Beispiele und macht diese in ihrer prägnanten Formensprache und hoch entwickelten Animationen einfach greifbar und zugänglich, ohne im rein Dokumentarischen zu verharren. Vielmehr dienen ihr die realen Fallbeispiele als Basis für die Erschaffung von sehr innovativen, eigenständigen Kunstwerken, welche das Vertraute mit dem Fremden fusionieren. Auf diese Art entsteht eine Spannung, welche die Besuchenden ästhetisch, akustisch und taktil in den von der Künstlerin generierten „Kunst–Umwelten“ erkunden können. Damit zeigt Nieves de la Fuente beispielhaft auf, wo sich in der Gegenwart bereits „Transhumane Tendenzen“ vollziehen und wie dieser Vollzug die menschliche Sicht auf interplanetare Konstellationen und Möglichkeiten grundlegend erweitert. Doch neue Handlungsspielräume erfordern auch den gesellschaftlichen Diskurs in der Abwägung möglicher Folgen für die Allgemeinheit. Der Kunstverein Göttingen ermöglicht diesen gemeinsamen, kritischen Diskurs im Rahmenprogramm und auf Basis seiner Ausstellungen zeitgenössischer Kunst als wichtigen Teil der eigenen, gesellschaftlichen Agenda.

 

* Marc Andreessen im Techno–Optimistischen Manifest, 2023

 


PROGRAMM

Sa, 8. Aug ab 17 Uhr
Vernissage
Willkommensreden und Einführung in die Ausstellung
Die Künstlerin und der Kurator werden vor Ort sein
geöffnet bis 20 Uhr (Eintritt frei)

So 30. Aug / So 20. Sep / So. 27. Sep
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler bzw. Stephan Klee

Sa 3. Okt 2026 um 11 – 16 Uhr
Die Kunst Matinée
mit Führung und Podiumsgespräch

So 4. Okt 2026 um 11 Uhr
Finissage
„Walk and Talk“ – durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
und Ausklang
geöffnet bis 14 Uhr (Eintritt frei)

 


Veranstaltungsbilder:
Nieves de la Fuente ODD // FOES – Series, 2023, generiertes Bild, courtesy the artist, @ VG Bild-Kunst Bonn, 2026
Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin

 


 



ÜBER DIE KÜNSTLERIN

Nieves de la Fuente wurde 1988 in Madrid geboren; sie lebt und arbeitet in Köln und Madrid. Nach ihrem Bachelor in Kunst an der Universidad Complutense de Madrid (2011) und Studien an der Kunsthochschule Kassel (2011–2013), hat sie 2016 ein postgraduales Studium der Medialen Künste an der Kunsthochschule für Medien in Köln 2016 abgeschlossen.

An der Schnittstelle von ökonomisch transformiertem Gebiet und multimedialer Installation im Galerieraum nutzt Nieves de la Fuente häufig Virtual Reality, Browser Experience oder Augmented Reality, um die Betrachterinnen und Betrachter ihrer Arbeiten in historische Ereignisse, surrealistische Szenarien oder reale Orte mit besonderer Bedeutung – wie z.B. dem mondähnlichen (eher Mars-) Tagebaugebiet Rio Tinto in Südspanien – eintauchen zu lassen. Sie arbeitet u.a. an fortlaufenden Serien, die sich – dank des Digitalen – mit der (Re-)Visualisierung unmöglicher Welten und deren Verschmelzung mit dem realen Raum beschäftigen. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf computergestützter Bildgebung und Kartierung sowie auf der Beziehung zur visuellen Wahrnehmung – ein relevanter Aspekt in einer Zeit, in der sich computergestützte Bildgebungstechnologien rasant entwickeln.
Sie war u.a. als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Kunst/Transmedialer Raum an der KHM Köln (2018/2019) und an der Burg Giebichenstein Halle (2019/2021) tätig. Neben zahlreichen internationalen Residenzen, z.B. in Montepulciano, Montréal, Linz, Warehouse (online), Santander oder der Villa Aurora, Los Angeles; hat Nieves de la Fuente Gutiérrez zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, zuletzt den Künstlerinnenpreis des Landes NRW 2022.

Zitat:
„Kunst ist für mich ein diskursives Werkzeug für die Produktion von räumlichen Konstruktionen. Ich habe hauptsächlich skulptural und in Form von Installationen gearbeitet, um meinen Untersuchungsprozess zu verfolgen. Diese Installationen sind jedoch mit Technologie gefüllt: als Medium oder auch als Verweis auf sich selbst und ihre Formbarkeit. Meine Entscheidung für Virtualität und die Produktion von Erfahrung als Medium muss politisch gesehen werden. Als Künstlerin möchte ich das kulturelle Potenzial intellektueller und digitaler Landschaften als Gegenstand künstlerischer Forschung erkunden. In den letzten Jahren habe ich mit dem Geburtsort meiner Mutter gearbeitet, einem alten Bergwerkskomplex, der vollständig als Simulacrum einer Marslandschaft umgestaltet wurde. Die Themen Ökologie, Anthropozän und Feminismus sind wiederkehrende Themen, die ich in meiner gesamten Praxis aufgreife. Ich beschäftige mich mit der Übersetzung zwischen dem Analogen und dem Digitalen, die in letzter Zeit mit Virtual Reality als Medium und Teil von Installationskonstrukten in Verbindung gebracht wurde. Meine künstlerische Forschungsposition zu diesem Thema ist die Sensibilisierung der Körperlichkeit in VR, jedoch nicht basierend auf den Standards, die der technologische Konsens in der Unterhaltungsindustrie, auf der VR basiert, vorgibt.“

mehr Informationen >>www.nievesdelafuente.com

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Hochschule Bielefeld, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

 


 

Finissage – Roy Köhnke

EINLADUNG 
DIE GROSSE FINISSAGE
Sonntag 26. Juli, 14 – 19 Uhr

TRANSHUMAN N°2
Roy Köhnke
Being Flesh

Die zweite Ausstellung des Jahres dreht sich um den menschlichen Körper und zeigt ihn aus verblüffend neuen Perspektiven. Da der Körper im Zentrum des Transhumanismus – unseres Jahresthemas – steht, schätzt sich das Team des KVG besonders glücklich, mit Roy Köhnke einen radikalen Künstler gefunden zu haben, der das Verhältnis von Körper und Technologie in Gegenwart und in naher Zukunft grundlegend hinterfragt.

Nach knapp zwei Monaten Ausstellung  freuen wir uns jetzt sehr, Ihnen die Werke des Parisers noch einmal vorstellen und über das potenzielle Konfliktfeld Gesellschaft > < Eigener Körper ins gemeinsame Gespräch gehen zu können.  Seien Sie herzlich eingeladen und willkommen. Wir werden um 15 Uhr ein Online-Gespräch zwischen dem Künstler Roy Köhnke in Paris und dem Kurator Stephan Klee in Göttingen initiieren. Danach geht es mit einer Führung durch die Ausstellung um 16 Uhr weiter und final folgt ab 17 Uhr ein offener Gesprächskreis mit Joos Ziegler, Stephan Klee und den anwesenden Gästen.

Alle Formate erfolgen je nach Bedarf auf Deutsch und Englisch; an Snacks und kühlen Getränken wird es nicht fehlen. Wir freuen uns auf Sie und der Eintritt ist frei.

Mit Besten Grüßen,
Ihr Team vom Kunstverein Göttingen

 

Ort
Altes Rathaus Göttingen (1. OG)
Markt 9
37073 Göttingen

 


Spätestens seit Michel Foucaults Ausführungen zur Biopolitik und seit Donna Haraways fundamentalen Kritik an sog. wissenschaftliche „Faktenschaffung“, steht die klare These im Raum, dass Bio-Wissenschaften keineswegs im neutralen, rein faktenbasierten Raum stattfinden, sondern a) von der Wahl der Methodik, den verwendeten Instrumenten und dem gewählten Versuchsaufbau abhängig sind und b) durchaus gesellschaftlichen Implikationen folgen und machtpolitische Verhältnisse sich in die Forschung und ihre Ergebnisse einschreiben. In der Summe kann das schließlich dazu führen, dass Wissenschaft gesellschaftliche Machtverhältnisse festigt, anstatt sie faktenbasiert progressiv zu hinterfragen. Köhnke zerlegt mit seiner künstlerischen Methodik das dominierende Körperideal der westlichen Moderne, indem er nicht nur das Blickfeld auf den humanen Organismus radikal erweitert, sondern auch einen neuen Sehapparat anbietet. Im Zusammenspiel von Recherche und Methodik entstehen so radikal alternative Bilder und Modelle von Körpern und Organen.

 


DAS VERBLEIBENDE PROGRAMM

So 26. Jul 2026 14 – 19 Uhr
Die große Finissage
geöffnet bis 19 Uhr (Eintritt frei)
mit

15  Uhr
Ausstellungsgespräch online
Mit Roy Köhnke & Stephan Klee
auf Englisch und Deutsch

16 Uhr
Führung
„Walk and Talk“ – durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch

17  Uhr
Podiumsgespräch inklusiv der Besuchenden
Unsere Körper und Egos in diesen Zeiten  
Mit Stephan Klee, Joos Ziegler und den Ausstellungsgästen
auf Englisch und Deutsch

18 Uhr
Ausklang

 


Laufzeit
31. Mai – 26. Jul 2026
Di – So 11 – 17 Uhr

Eintritt:
€ 3,00 / € 1,50 (ermäßigt)
Gäste bis 18 Jahren frei
Kultur Ticket frei
Vernissagen und Finissagen frei

 


Veranstaltungsbilder:
Roy Köhnke „Bugs series“ (Detail), 2024, Pigmentdruck auf Aluminium | Teil der Ausstellung „It is Stronger than I Thought“, kuratiert von Julien Arnaud, ADAGP | Photo: Salim Santa Lucia | Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

 


 



ÜBER DEN KÜNSTLER

Von Skulpturen über Zeichnungen bis hin zu Multimedia-Installationen – Roy Köhnkes Arbeit verbindet Hochtechnologien mit elementarer Handarbeit. Sein Projekt zielt darauf ab, körperliche Grenzen zu überwinden, indem es die physischen Besonderheiten und Narrative des Körpers wieder mit seiner Umgebung verbindet und ihn gleichzeitig als eigenständiges Terrain und Narrativ betrachtet. Durch die Arbeit mit neuen Technologien wie MRT oder emotionaler KI erforscht er Alternativen zu den vorherrschenden Science-Fiction-Erzählungen, um einen Körper wiederherzustellen, der durch die Dominanz der Wissenschaft und der westlichen Kultur fragmentiert und isoliert wurde. Seine oft situativen, transformativen und kollaborativen Installationen sind Schauplätze von Interaktionen, ähnlich wie ein Filmset, auf denen sich neue Arten von biotechnologischen/queeren Organismen entwickeln und ihre Koexistenz mit Kraft und Vitalität behaupten. Seine Forschung konzentriert sich auf techno-biologische/ koevolutionäre Mechanismen, betrachtet durch das breitere Prisma von sozialer Gerechtigkeit, Umweltgerechtigkeit und Trans-Kämpfen.

mehr Informationen >> roykohnke.com/

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Niedersächsische Sparkassenstiftung, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

 


 

Ausstellung – Michael Schmid


TRANSHUMAN N°3

Michael Schmid
Support for Speakers

präsentiert in Kooperation zwischen der Professur Materialität des Wissens der Universität Göttingen und dem Kunstverein Göttingen

Vernissage
Samstag, den 11. Juli 17 Uhr
geöffnet bis 20 Uhr (Eintritt frei)

Laufzeit
12. Juli – 23. Aug 2026
Di – Fr 16 – 18 Uhr
Sa + So 11 – 16 Uhr

Ort

Künstlerhaus Göttingen (1. OG)
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen

Eintritt:
€ 3,00 / € 1,50 (ermäßigt)
Gäste bis 18 Jahren frei
Kultur Ticket frei
Vernissagen und Finissagen frei

 


EINFÜHRUNG

Einer Einladung der Professur für Materialität des Wissens der Universität Göttingen folgend, entwickelt Michael Schmid seit 2022 eine neue Werkgruppe. Ausgangspunkt sind Recherchen an verschiedenen Orten der Universität, die sich im Laufe des Projekts zu einer umfassenderen Auseinandersetzung mit Materialität, fotografischen Verfahren und den Strukturen des Tragens, Speicherns und Zeigens entwickeln.
Die daraus hervorgegangenen fotografischen, skulpturalen und installativen Arbeiten werden nun erstmals in der Einzelausstellung Support for Speakers im Kunstverein Göttingen zusammengeführt. Materialien und Strukturen, die gewöhnlich eine dienende Funktion erfüllen, treten selbst in den Vordergrund. Die Ausstellung richtet den
Blick auf die materiellen Voraussetzungen kultureller und wissenschaftlicher Produktion sowie auf jene Träger, Oberflächen und Infrastrukturen, die diese Prozesse ermöglichen.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Künstler, der Professur für Materialität des Wissens der Universität Göttingen und dem Kunstverein Göttingen. Wir danken Prof. Dr. Margarete Vöhringer für die Initiative sowie Dr. Jana August für die Projektleitung und die langjährige Koordination des Projekts.

 


PROGRAMM

Sa, 11. Juli ab 17 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung durch Dr. Jana August (Universität Göttingen, Konzept und Projektleitung), Helmut Wenzel (Geschäftsführer KVG) und Stephan Klee (Künstlerischer Leiter KVG)
Der Künstler und die Kuratierenden werden vor Ort sein.
geöffnet bis 20 Uhr, der Eintritt ist frei

So 2. Aug / So 16. Aug
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler und Stephan Klee

Sa 22. Aug 17 Uhr
Ausstellungsgespräch
Mit Michael Schmid, Dr. Jana August und Stephan Klee

So 23. Aug 2026 ab 15 Uhr
Finissage
geöffnet bis 17 Uhr mit
15 Uhr
Führung
„Walk and Talk“ – durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang
(Eintritt frei)

 


Veranstaltungsbilder:
Michael Schmid, Ohne Titel (Mathematisches Institut, Bunsenstraße) 2022/2026, Pigmentdruck, 25×20 cm, VG Bildkunst Bonn | Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers


 



ÜBER DEN KÜNSTLER

Michael Schmid lebt und arbeitet in Berlin. In seinen Arbeiten verbindet er Fotografie, Skulptur und Installation. Ausgangspunkt sind häufig industrielle Materialien, fotografische Verfahren und Präsentationssysteme, deren Funktionen sich zwischen Bild, Objekt und Träger verschieben. Seine Arbeiten untersuchen Oberflächen, Trägersysteme und räumliche Situationen, in denen sich Material und Bild gegenseitig bedingen.

mehr Informationen >> schmidmichael.com/

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Universität Göttingen, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.


 

Vernissage – Roy Köhnke

>>
EINLADUNG –

VERNISSAGE
Sam 30 Mai, 17 – 20 Uhr

TRANSHUMAN N°2
Roy Köhnke
Being Flesh

Die zweite Ausstellung des Jahres dreht sich um den menschlichen Körper und zeigt ihn aus verblüffend neuen Perspektiven. Da der Körper im Zentrum des Transhumanismus – unseres Jahresthemas – steht, schätzt sich das Team des KVG besonders glücklich, mit Roy Köhnke einen radikalen Künstler gefunden zu haben, der das Verhältnis von Körper und Technologie in Gegenwart und in naher Zukunft grundlegend hinterfragt.

Nach knapp zwei Monaten Ausstellungspause freuen wir uns nun also umso mehr, Ihnen auf der Vernissage nicht nur die neue Kunst, sondern auch den französischen Künstler selbst vorstellen zu können. Seien Sie herzlich eingeladen und willkommen.

Natürlich werden die Eröffnungsreden am Anfang, um 17 Uhr,  und die gekühlten Getränke nicht fehlen. Die ganze Ausstellung findet ausschließlich im sommerlichen Tageslicht statt, schwere Türen wurden wieder eingesetzt und den Rest entdecken Sie am besten selbst bei freiem Eintritt.

Mit Besten Grüßen,
Ihr Team vom Kunstverein Göttingen

 

Ort
Altes Rathaus Göttingen (1. OG)
Markt 9
37073 Göttingen


Der französische Künstler Roy Köhnke (*1990) ist prädestiniert dafür, in Göttingen dieses virulente Themengebiet in Form plastisch–installativer Arbeiten aus dem Bereich der zeitgenössischen Bildhauerei umzusetzen. Das titelgebende Werk BEING FLESH, 2023, eine multimediale Setzung, welche den Ausstellungsraum in eine Art von offenem Körper verwandelt, ist ein gutes Beispiel für seine Herangehensweise: Die Installation besteht aus architektonisch gesetzten Membranrahmen, durch die das Publikum hindurchgeht. In den sich öffnenden Passagenräumen wird eine Reihe von biomorphen Plastiken durch ein sensorisches Video zum Leben erweckt, welches durch den Scan dieser Plastiken mit einem magnetischen Kernspinresonanzgerät (MRT) entstanden ist.

 


GESAMT – PROGRAMM

Sa, 30. Mai ab 17 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung
Der Künstler und der Kurator werden vor Ort sein
geöffnet bis 20 Uhr, der Eintritt ist frei

So 7. Jun / So 21. Jun / So. 29. Jun
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler

So 26. Jul 2026 14 – 19 Uhr
Die große Finissage
geöffnet bis 19 Uhr (Eintritt frei) mit
15 – 16 Uhr
Führung
„Walk and Talk“ – durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
17 – 18 Uhr
Ausstellungsgespräch
Mit Roy Köhnke, Stephan Klee und Special Gast
18 Uhr
Ausklang

 


Laufzeit
31. Mai – 26. Jul 2026
Di – So 11 – 17 Uhr

Eintritt:
€ 3,00 / € 1,50 (ermäßigt)
Gäste bis 18 Jahren frei
Kultur Ticket frei
Vernissagen und Finissagen frei

 


Veranstaltungsbilder:
Roy Köhnke „Bugs series“ (Detail), 2024, Pigmentdruck auf Aluminium | Teil der Ausstellung „It is Stronger than I Thought“, kuratiert von Julien Arnaud, ADAGP | Photo: Salim Santa Lucia | Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

 


 



ÜBER DEN KÜNSTLER

Von Skulpturen über Zeichnungen bis hin zu Multimedia-Installationen – Roy Köhnkes Arbeit verbindet Hochtechnologien mit elementarer Handarbeit. Sein Projekt zielt darauf ab, körperliche Grenzen zu überwinden, indem es die physischen Besonderheiten und Narrative des Körpers wieder mit seiner Umgebung verbindet und ihn gleichzeitig als eigenständiges Terrain und Narrativ betrachtet. Durch die Arbeit mit neuen Technologien wie MRT oder emotionaler KI erforscht er Alternativen zu den vorherrschenden Science-Fiction-Erzählungen, um einen Körper wiederherzustellen, der durch die Dominanz der Wissenschaft und der westlichen Kultur fragmentiert und isoliert wurde. Seine oft situativen, transformativen und kollaborativen Installationen sind Schauplätze von Interaktionen, ähnlich wie ein Filmset, auf denen sich neue Arten von biotechnologischen/queeren Organismen entwickeln und ihre Koexistenz mit Kraft und Vitalität behaupten. Seine Forschung konzentriert sich auf techno-biologische/ koevolutionäre Mechanismen, betrachtet durch das breitere Prisma von sozialer Gerechtigkeit, Umweltgerechtigkeit und Trans-Kämpfen.

mehr Informationen >> roykohnke.com/

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Niedersächsische Sparkassenstiftung, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

 


 

Ausstellung – Roy Köhnke

TRANSHUMAN N°2
Roy Köhnke
Being Flesh

kuratiert von Stephan Klee


Vernissage
Samstag, den 30. Mai 17 Uhr
geöffnet bis 20 Uhr (Eintritt frei)

Laufzeit
31. Mai – 26. Jul 2026
Di – So 11 – 17 Uhr

Ort

Altes Rathaus Göttingen (1. OG)
Markt 9
37073 Göttingen

Eintritt:
€ 3,00 / € 1,50 (ermäßigt)
Gäste bis 18 Jahren frei
Kultur Ticket frei
Vernissagen und Finissagen frei

 

EINFÜHRUNG

„Wenn wir beginnen, uns in etwas Überlegenes zu verwandeln, welche Rechte werden diese verbesserten Wesen dann für sich beanspruchen, und welche Rechte werden sie im Vergleich zu denen haben, die zurückbleiben?“ *

Der Transhumanismus strebt primär die Optimierung, ja die Überwindung, des menschlichen Körpers nach heutigem Verständnis an. Für diese Bestrebungen gelten u.a. Genetik, Bio-Ingenieurwesen, künstliche Intelligenz, Prothetik, Kryonik (Eiskonservierung von Körpern) als Kerntechnologien. Positiv ausgedrückt, soll die humane Spezies „ermächtigt“ werden: mehr Leitungsfähigkeit, bessere Sinne, höhere und ortsunabhängige Intelligenz, keine Krankheiten und kein Altern mehr. Die idealisierten Humanoiden sind demzufolge unsterbliche „Über-Subjekte“. Deren zukünftige Verwandtschaft zum aktuellen Homo Sapiens verbleibt (noch) spekulativ. Ob für die transhumanen Entwicklungen, die bereits seit Langem in unserer Gesellschaft stattfinden, oder für die finale Vision des „Übermenschen“, welche Vertretende der reinen Lehre euphorisiert, es gilt: Als Zielobjekt des Transhumanismus steht der humane Körper fundamental im Zentrum; und ist damit auch zentral für unser Jahresthema 2026: TRANSHUMAN.

Während viele Menschen den wissenschaftlichen, medizinischen und technischen Fortschritt als Chancen für ihren Körper begrüßen, bewusst annehmen und aktiv in ihrem organischen Leben integrieren, verkommt ein sich neu radikalisierender Transhumanismus zu einer wirkmächtigen Ideologie, auf deren Basis wirtschaftliche und politische Eliten, körperliche Überlegenheit, grenzenlosen Reichtum und Macht anstreben. Durch exponential wachsendes Investmentkapital zusätzlich beschleunigt, der sogenannten Techno–Kapital–Maschine **, greift ein Verdrängungswettbewerb für den „optimiertesten“ Körper um sich, welcher nicht nur eine technoid-befähigte Elite hervorbringen könnte, sondern die freie Wahl der medizin-technologischen Ertüchtigung im Umgang mit dem eigenen Körper, sukzessiv und forciert aushöhlt. Körper würden somit zu vitalen Abrisszonen des Menschenrechts auf die selbstbestimmte Unversehrtheit des eigenen Körpers.

Aus diesem Spannungsfeld heraus, präsentiert der KVG ganz bewußt mit der zweiten Solo–Ausstellung Being Flesh von Roy Köhnke einen Künstler, der sich zwar primär dem Verhältnis Technologie und Körper facettenreich widmet, aber den aufkommenden techno-kapitalistischen Transhumanismus als faschistoid entschieden ablehnt. Vielmehr setzt sein Wirken explizit an der aktuellen wissenschaftlichen Erfassung und den sozialen Leitbildern des menschlichen Körpers mit grundlegenden Fragen an: Welche Vorstellung vom menschlichen Körper wird eigentlich in der heutigen Gesellschaft vertreten und wie wird dementsprechend mit Körpern verfahren?

Mit bahnbrechenden Proportionsstudien, u.a. von Michelangelo Bounarroti und Leonardo da Vinci (z.B. der „Vitruvianischer Mensch“), über grundlegende, naturwissenschaftliche Werke zur Anatomie z.B. Andreas Vesalius: „De Humani Corporis Fabrica Libri Septem“, bis hin zu den bildgebenden Techniken der heutigen Medizin (Röntgen, CT, Ultraschall, MRT und Nuklearmedizin) hat sich das gesellschaftliche Verständnis über die Beschaffenheit und das Potential des Körpers von der Renaissance bis zur heutigen Postmoderne stark gewandelt. Das undurchsichtige, fleischige Ebenbild Gottes wurde zum gläsernen Menschen, und als perfekt geschmierte, zelluläre Maschine scheinbar endgültig entmystifiziert. Damit war auch die Ausgangslage für die moderne Verfügbarkeit des Organismus bereitet.

Wie dieser funktional ausgerichtete Wissenskomplex über Beschaffenheit und Potential des Körpers sowohl das Selbstverständnis als organisch–mechanische Wesen als auch die Zukunft unserer Spezies prägt, dem geht Roy Köhnke in seinen Werksreihen nach: material-technologisch, aber auch emotional–sensorisch. Sein vorwiegend zeichnerisch-skulpturaler Ansatz integriert u.a. bildgebende medizinische Verfahren und greift unsere Faszination für die umfassende Analyse unserer zellulären Beschaffenheit auf. Zugleich wächst auch die Entfremdung vor der medizinischen und mechanischen Dekonstruktion jener Einheit auf, die wir noch vornehmlich als selbstbestimmten Schutzraum aus Fleisch, Technik und Gedanken begreifen: unseren individuellen Körper. Denn im beschleunigten Transhumanismus zu leben, könnte auch bedeuten, den vertrauten Schutzraum des eigenen Körpers fremdbestimmt immer wieder neu transformieren zu lassen, oder eher zu deformieren? Die Begehung der Installationen des französischen Kreateurs Roy Köhnke im Alten Rathaus kann sich so auch als eine – auf intensiven Eindrücken beruhende – Reflexion des eigenen Körperverständnisses in heutiger Zeit und naher Zukunft herausstellen.

 

* Francis Fukuyama „Transhumanism“ Source Foreign Policy, No. 144 (Sep. – Oct., 2004), pp. 42-43

** Nick Land in Essay „Melt Down“, 1995, in: „Fanged Noumena: Collected Writings 1987–2007“, (Urbanomic / Sequence Press, veröffentlicht bei MIT Press‘

 


PROGRAMM

Sa, 30. Mai ab 17 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung
Der Künstler und der Kurator werden vor Ort sein
geöffnet bis 20 Uhr, der Eintritt ist frei

So 7. Jun / So 21. Jun / So. 29. Jun
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler

So 26. Jul 2026 14 – 19 Uhr
Die große Finissage
geöffnet bis 19 Uhr (Eintritt frei) mit
15 – 16 Uhr
Führung
„Walk and Talk“ – durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
17 – 18 Uhr
Ausstellungsgespräch
Mit Roy Köhnke, Stephan Klee und Special Gast
18 Uhr
Ausklang 

 


Veranstaltungsbilder:
Roy Köhnke „Bugs series“ (Detail), 2024, Pigmentdruck auf Aluminium | Teil der Ausstellung „It is Stronger than I Thought“, kuratiert von Julien Arnaud, ADAGP | Photo: Salim Santa Lucia | Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

 


 



ÜBER DEN KÜNSTLER

Von Skulpturen über Zeichnungen bis hin zu Multimedia-Installationen – Roy Köhnkes Arbeit verbindet Hochtechnologien mit elementarer Handarbeit. Sein Projekt zielt darauf ab, körperliche Grenzen zu überwinden, indem es die physischen Besonderheiten und Narrative des Körpers wieder mit seiner Umgebung verbindet und ihn gleichzeitig als eigenständiges Terrain und Narrativ betrachtet. Durch die Arbeit mit neuen Technologien wie MRT oder emotionaler KI erforscht er Alternativen zu den vorherrschenden Science-Fiction-Erzählungen, um einen Körper wiederherzustellen, der durch die Dominanz der Wissenschaft und der westlichen Kultur fragmentiert und isoliert wurde. Seine oft situativen, transformativen und kollaborativen Installationen sind Schauplätze von Interaktionen, ähnlich wie ein Filmset, auf denen sich neue Arten von biotechnologischen/queeren Organismen entwickeln und ihre Koexistenz mit Kraft und Vitalität behaupten. Seine Forschung konzentriert sich auf techno-biologische/ koevolutionäre Mechanismen, betrachtet durch das breitere Prisma von sozialer Gerechtigkeit, Umweltgerechtigkeit und Trans-Kämpfen.

mehr Informationen >> roykohnke.com/

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Niedersächsische Sparkassenstiftung, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

 


 

Finissage – Mit Borrás

EINLADUNG
FINISSAGE
Son 12. Apr 15 – 17 Uhr

TRANSHUMAN N°1
Mit Borrás
NATORU ナとル

Die finale Woche der farbintensiven Ausstellung NATORU ナとル von Mit Borrás ist angebrochen und sie endet mit der Finissage am Sonntag, den 12. Apr. 2026, um 15 – 17 Uhr. Falls Sie noch nicht die Gelegenheit hatten, möchten Sie daher hiermit herzlich auf einen Besuch der Ausstellung einladen.
Dazu empfiehlt sich auch die Teilnahme an der Finissage, inklusive Anstoßen. Um 15 Uhr führt der Künstlerische Leiter Stephan Klee Interessierte auf einer Tour durch die Ausstellung. Mehrere große Videoinstallationen mit ineinander übergehenden Sound–Landschaften werden ergänzt durch raumgreifende Installationen und minimalistische Objekt-Assemblagen. Im „Walk and Talk“ – Format werden die Arbeiten vorgestellt und besprochen und gleichzeitig bietet sich für alle Teilnehmenden die Möglichkeit zum aktiven Diskurs über die tieferen Themenfelder hinter den Kunstwerken. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Ort

Künstlerhaus Göttingen (1. OG)
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen



WEITERES PROGRAMM

So 12. Apr 15 – 17 Uhr
Finissage
15 Uhr
Führung und Gespräch – „Walk and Talk“
durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang

 


“ Der Kern des Ausstellungstitels Titels „nato“ kommt aus dem Lateinischen und hat vielfache Bedeutungen: z.B. „geboren werden“ oder die ich-Form von „schwimmen, „wogen“, „wallen“ und „schwanken“ bis hin zu „den Kindern“. Im Spanischen bedeutet „nato“ schlicht „geboren“. Die Japanische Silbe „Ru“ rundet den Titel ab und verweist nicht nur auf die japanische Inspiration in der Ausstellung, sondern unterstreicht auch den aktiven Charakter des Titels, da „Ru“ im Japanischen oft Verben finalisiert. Frei übersetzt könnte NATORU z.B. „fortwährende Entstehung“ bedeuten.
Diese Verbindung von westlicher und fernöstlicher Kultur im Titel ist nicht zufällig, sondern unterstreicht die tiefere Konzeption der Ausstellung. Inspiriert vom mystischen Wald Aokigahara in Japan, erschafft Mit Borrás im Künstlerhaus eine Umgebung für die Geburt und Anwesenheit zukünftiger Kreaturen. Dazu kombiniert er die direktive Kraft von Weissagungen in dem Video L.Y.R.A. – The Oracle (2025) mit der essentiellen Bedeutung des Waldes für die menschliche Existenz in der zentralen Projektion HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022). Und final haucht der Künstler bereits einer neuen Spezies den Odem ein; die Präsenz dieser atmenden Skulptur zieht sich durch die Räume. “

 


Veranstaltungsbilder:
Mit Borrás. Hanaba. Adaptasi Cycle. Film. Installation | Performance. Werk von MIt Borrás. Art Director Rachel Lamot, Musik Daniel Vacas Peralta. Mit Weixin Quek Chong, geschrieben von Mit Borrás & Rachel Lamot, Modedesign Kim Rosario, Modedesign Path von Janine Grosche, Drohne Liu Zhang, Drohnenfeld Jesús Moreno, Klinische Abteilung Gómez Bravo, Zahnärztliche Abteilung Dentix, Relevium, Make-up Andréa Méndez, Eloy Noguera Atienza, Produktionsdesign Cavve. Bilder mit freundlicher Genehmigung des Künstlers, 2023


 


ÜBER DEN KÜNSTLER
Mit Borrás (geb. 1982 in Madrid) ist ein spanischer bildender Künstler, der zwischen Madrid und Berlin lebt und für seine bahnbrechenden Arbeiten und wegweisenden Beiträge zur zeitgenössischen bildenden Kunst, Videokunst, Medieninstallation und digitalen Kunst mit Performance bekannt ist. Seine transdisziplinäre Praxis befasst sich mit dem komplexen Zusammenspiel zwischen Mensch, Natur und Technologie und untersucht häufig Themen wie Anpassung, Posthumanismus, Bioethik und digitale Sinnlichkeit durch immersive Videoinstallationen, Performances und Multimedia-Arbeiten. Borrás‘ Kunst zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, das Alte mit dem Futuristischen zu verschmelzen und spekulative Mythologien zu schaffen, die tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln.

Den persönlichen Weltentwurf im jüngeren Œuvre des Künstlers fächert der zentrale Werkkomplex Adaptasi auf. Mit der Art Direktorin Rachel Lamot und vielen anderen Akteurinnen und Akteuren wurde über die Jahre ein multimedialer Zyklus erstellt, welcher aus folgenden sechs Teilen besteht: PHANTOM LIMB (ADAPTASI CYCLE 2021), HEAVVEN (ADAPTASI CYCLE 2021), EUPHORIA (ADAPTASI CYCLE 2022), HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022), YOKAI スワミ (ADAPTASI CYCLE 2022), HERMES (ADAPTASI CYCLE 2025). Der Titel „Adaptasi“ bezieht sich auf die Fähigkeit zu adaptieren, sich anzupassen. Mit HANABA 突变花 als zentrales Werk ist der Adaptasi–Zyklus auch in Göttingen stark repräsentiert, allerdings als Grundlage für einen eigenständigen, künstlerischen Erzählstrang.

mehr Informationen >>https://mitborras.com

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

 


 

Vernissage – Mit Borrás

VERNISSAGE –
EINLADUNG
Sam 28. Feb 17 – 20 Uhr

TRANSHUMAN N°1
Mit Borrás
NATORU ナとル

Kurz nach der Schneeschmelze läutet der Kunstverein Göttingen das neue Ausstellungsjahr ein und heißt Sie dazu herzlich willkommen. Das Auftakt–Solo gibt der spanische Künstler Mit Borrás mit der farbintensiven Ausstellung NATORU ナとル.

Mehrere große Videoinstallationen mit ineinander übergehenden Sound–Landschaften werden ergänzt durch raumgreifende Installationen und minimalistische Objekt-Assemblagen. Wir laden Sie ein, sich selbst ein Bild zu machen, den Eröffnung- und Einführungsreden zu lauschen, eine kleine Tour mit dem Kurator Stephan Klee durch die verfremdeten Räume zu machen und mit uns auf den künstlerischen Jahresstart anzustoßen. Der Künstler wird vor Ort sein.

Ort

Künstlerhaus Göttingen (1. OG)
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen



WEITERES PROGRAMM
So 8. Mär / So 15. Mär / So. 29. Mär
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler

So 12. Apr 15 – 17 Uhr
Finissage
15 Uhr
Führung und Gespräch – „Walk and Talk“
durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang

 


“ Der Kern des Ausstellungstitels Titels „nato“ kommt aus dem Lateinischen und hat vielfache Bedeutungen: z.B. „geboren werden“ oder die ich-Form von „schwimmen, „wogen“, „wallen“ und „schwanken“ bis hin zu „den Kindern“. Im Spanischen bedeutet „nato“ schlicht „geboren“. Die Japanische Silbe „Ru“ rundet den Titel ab und verweist nicht nur auf die japanische Inspiration in der Ausstellung, sondern unterstreicht auch den aktiven Charakter des Titels, da „Ru“ im Japanischen oft Verben finalisiert. Frei übersetzt könnte NATORU z.B. „fortwährende Entstehung“ bedeuten.
Diese Verbindung von westlicher und fernöstlicher Kultur im Titel ist nicht zufällig, sondern unterstreicht die tiefere Konzeption der Ausstellung. Inspiriert vom mystischen Wald Aokigahara in Japan, erschafft Mit Borrás im Künstlerhaus eine Umgebung für die Geburt und Anwesenheit zukünftiger Kreaturen. Dazu kombiniert er die direktive Kraft von Weissagungen in dem Video L.Y.R.A. – The Oracle (2025) mit der essentiellen Bedeutung des Waldes für die menschliche Existenz in der zentralen Projektion HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022). Und final haucht der Künstler bereits einer neuen Spezies den Odem ein; die Präsenz dieser atmenden Skulptur zieht sich durch die Räume. “

 


PROGRAMM
Sa, 28. Feb 17 – 20 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung
durch den Kurator Stephan Klee

So 8. Mär / So 15. Mär / So. 29. Mär
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler

So 12. Apr 15 – 17 Uhr
Finissage
15 Uhr
Führung und Gespräch – „Walk and Talk“
durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang 

 

Veranstaltungsbilder:
Mit Borrás. Hanaba. Adaptasi Cycle. Film. Installation | Performance. Werk von MIt Borrás. Art Director Rachel Lamot, Musik Daniel Vacas Peralta. Mit Weixin Quek Chong, geschrieben von Mit Borrás & Rachel Lamot, Modedesign Kim Rosario, Modedesign Path von Janine Grosche, Drohne Liu Zhang, Drohnenfeld Jesús Moreno, Klinische Abteilung Gómez Bravo, Zahnärztliche Abteilung Dentix, Relevium, Make-up Andréa Méndez, Eloy Noguera Atienza, Produktionsdesign Cavve. Bilder mit freundlicher Genehmigung des Künstlers, 2023


 


ÜBER DEN KÜNSTLER
Mit Borrás (geb. 1982 in Madrid) ist ein spanischer bildender Künstler, der zwischen Madrid und Berlin lebt und für seine bahnbrechenden Arbeiten und wegweisenden Beiträge zur zeitgenössischen bildenden Kunst, Videokunst, Medieninstallation und digitalen Kunst mit Performance bekannt ist. Seine transdisziplinäre Praxis befasst sich mit dem komplexen Zusammenspiel zwischen Mensch, Natur und Technologie und untersucht häufig Themen wie Anpassung, Posthumanismus, Bioethik und digitale Sinnlichkeit durch immersive Videoinstallationen, Performances und Multimedia-Arbeiten. Borrás‘ Kunst zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, das Alte mit dem Futuristischen zu verschmelzen und spekulative Mythologien zu schaffen, die tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln.

Den persönlichen Weltentwurf im jüngeren Œuvre des Künstlers fächert der zentrale Werkkomplex Adaptasi auf. Mit der Art Direktorin Rachel Lamot und vielen anderen Akteurinnen und Akteuren wurde über die Jahre ein multimedialer Zyklus erstellt, welcher aus folgenden sechs Teilen besteht: PHANTOM LIMB (ADAPTASI CYCLE 2021), HEAVVEN (ADAPTASI CYCLE 2021), EUPHORIA (ADAPTASI CYCLE 2022), HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022), YOKAI スワミ (ADAPTASI CYCLE 2022), HERMES (ADAPTASI CYCLE 2025). Der Titel „Adaptasi“ bezieht sich auf die Fähigkeit zu adaptieren, sich anzupassen. Mit HANABA 突变花 als zentrales Werk ist der Adaptasi–Zyklus auch in Göttingen stark repräsentiert, allerdings als Grundlage für einen eigenständigen, künstlerischen Erzählstrang.

mehr Informationen >>https://mitborras.com

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

 


 

Ausstellung – Mit Borrás

TRANSHUMAN N°1
Mit Borrás
NATORU ナとル

kuratiert von Stephan Klee

Vernissage
Samstag, den 28. Feb 17 – 20 Uhr

Laufzeit
1. Mär – 12. Apr 2026
Di – Fr 14 – 18 Uhr
Sa – So 11 – 17 Uhr

Ort

Künstlerhaus Göttingen (1. OG)
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen

EINFÜHRUNG
Gehört die Erschaffung einer nahezu perfekten universellen Utopie, in der Natur, Technologie und menschliche Existenz endlich eine ausgewogene und blühende Koexistenz gefunden haben, auch zu den Leistungen aktueller Kunst? Der Kunstverein Göttingen gibt zum Auftakt des Jahres hier eine klar positive Antwort und liefert nebenbei einige stichhaltige Argumente, transhumanistische Entwicklungen nicht ausschließlich skeptisch zu betrachten.
Die erste Soloausstellung des neuen Jahres-Programms 2026 TRANSHUMAN wird von dem spanischen Künstler Mit Borrás ausgerichtet und heißt NATORU ナとル. Im konzeptuellen Zusammenspiel verschiedener Medien zeichnet der Madrilene eine bildgewaltige, immersive Vision davon, wie großartig die Zukunft sein könnte. Zugegeben, ein eher seltener Ansatz in unserer von Skepsis geprägten Zeit, aber gerade deshalb ein vielleicht befreiender Entwurf und ein guter Einstieg in das Thema transhumane Tendenzen.

Mit starker Ausrichtung zu neuen Technologien wie Computer–Renderings und digitalen Filtern, 3D–Print, animierten Videos und Drohnen-Kameraflügen in seinen Ausdrucksmedien arbeitet Mit Borrás seit Jahren systematisch an aufwendigen Videoproduktionen, immer passend fusioniert mit immersiven Raum-Settings in einem markanten Design von hohem Wiedererkennungswert. Für diese aufwendigen Arbeiten betreibt er in Madrid die Produktionsfirma CAVVE zusammen mit seiner Art–Direktorin und Partnerin Rachel Lamot. Als kongeniales Duo unterhalten sie sehr fruchtbare Verbindungen in die Performance– und Videokunst–Szene, aber auch zu nahen wissenschaftlichen Disziplinen wie der Philosophie, den Bio-Wissenschaften oder der Kybernetik.
Der Künstler ist stark inspiriert von den poststrukturellen Dispositiven des Cyberfeminismus, Post–Naturalismus und Transhumanismus, was seinen Blick für die Möglichkeiten von Technologie und Arten–Hybridität öffnet. Parallel dazu verortet er sich selbst auch stark in den Traditionen der teils jahrtausendealten Naturkonzeptionen des Animismus, Schamanismus, Spiritualismus und Mystizismus, was seiner tiefen Verbundenheit zu Natur erwächst und diese weiter nährt. Maßgeblich beeinflusst von den Theorien Donna Haraways, Bruno Latours, Mark Fischers und Gilles Deleuzes, folgt Mit Borrás einem zyklischen, fluiden, postpatriarchalen und ökologischen Weltbild, was sich auch stark in seinen Werken niederschlägt. Diese sind meist gekennzeichnet durch eine verführend wirksame und teils meditative Fusion von Technik, Natur und Mensch, welche alle seine jüngeren Arbeiten seit 2017 ausmacht.

Der Kern des Ausstellungstitels Titels „nato“ kommt aus dem Lateinischen und hat vielfache Bedeutungen: z.B. „geboren werden“ oder die ich-Form von „schwimmen, „wogen“, „wallen“ und „schwanken“ bis hin zu „den Kindern“. Im Spanischen bedeutet „nato“ schlicht „geboren“. Die Japanische Silbe „Ru“ rundet den Titel ab und verweist nicht nur auf die japanische Inspiration in der Ausstellung, sondern unterstreicht auch den aktiven Charakter des Titels, da „Ru“ im Japanischen oft Verben finalisiert. Frei übersetzt könnte NATORU z.B. „fortwährende Entstehung“ bedeuten.
Diese Verbindung von westlicher und fernöstlicher Kultur im Titel ist nicht zufällig, sondern unterstreicht die tiefere Konzeption der Ausstellung. Inspiriert vom mystischen Wald Aokigahara in Japan, erschafft Mit Borrás im Künstlerhaus eine Umgebung für die Geburt und Anwesenheit zukünftiger Kreaturen. Dazu kombiniert er die direktive Kraft von Weissagungen in dem Video L.Y.R.A. – The Oracle (2025) mit der essentiellen Bedeutung des Waldes für die menschliche Existenz in der zentralen Projektion HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022). Und final haucht der Künstler bereits einer neuen Spezies den Odem ein; die Präsenz dieser atmenden Skulptur zieht sich durch die Räume.
In dieser Vernetzung von Werken werden Varianten des Austausches von Impulsen, Informationen und Stoffen aufgezeigt. Inszeniert über die Grenzen der Spezies und über die Grenzen von belebter und unbelebter Materie hinweg, erproben diese diversen Spielarten neue Formen der Kooperation und Co–Habitation. Die gezeigten Potentiale verstärken die Hoffnung, dass ein gegenseitiges Anpassen, proaktive Formen von Empathie und gattungsübergreifende Fusionen gebündelt mit neuen Technologien in eine nachhaltige Zukunft für alle führen könnte. Auch dieser bejahenden Version des Fortschritts ein Forum zu bieten, war nicht nur aus künstlerischer Qualität geboten, sondern auch, um den angestrebten diskursiven Austausch mit einer positiven Prognose ausgeglichen zu halten.

 


PROGRAMM
Sa, 28. Feb 17 – 20 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung
durch den Kurator Stephan Klee

So 8. Mär / So 15. Mär / So. 29. Mär
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler

So 12. Apr 15 – 17 Uhr
Finissage
15 Uhr
Führung und Gespräch – „Walk and Talk“
durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang 

 

Veranstaltungsbilder:
Mit Borrás. Hanaba. Adaptasi Cycle. Film. Installation | Performance. Werk von MIt Borrás. Art Director Rachel Lamot, Musik Daniel Vacas Peralta. Mit Weixin Quek Chong, geschrieben von Mit Borrás & Rachel Lamot, Modedesign Kim Rosario, Modedesign Path von Janine Grosche, Drohne Liu Zhang, Drohnenfeld Jesús Moreno, Klinische Abteilung Gómez Bravo, Zahnärztliche Abteilung Dentix, Relevium, Make-up Andréa Méndez, Eloy Noguera Atienza, Produktionsdesign Cavve. Bilder mit freundlicher Genehmigung des Künstlers, 2023

 


 


ÜBER DEN KÜNSTLER
Mit Borrás (geb. 1982 in Madrid) ist ein spanischer bildender Künstler, der zwischen Madrid und Berlin lebt und für seine bahnbrechenden Arbeiten und wegweisenden Beiträge zur zeitgenössischen bildenden Kunst, Videokunst, Medieninstallation und digitalen Kunst mit Performance bekannt ist. Seine transdisziplinäre Praxis befasst sich mit dem komplexen Zusammenspiel zwischen Mensch, Natur und Technologie und untersucht häufig Themen wie Anpassung, Posthumanismus, Bioethik und digitale Sinnlichkeit durch immersive Videoinstallationen, Performances und Multimedia-Arbeiten. Borrás‘ Kunst zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, das Alte mit dem Futuristischen zu verschmelzen und spekulative Mythologien zu schaffen, die tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln.

Den persönlichen Weltentwurf im jüngeren Œuvre des Künstlers fächert der zentrale Werkkomplex Adaptasi auf. Mit der Art Direktorin Rachel Lamot und vielen anderen Akteurinnen und Akteuren wurde über die Jahre ein multimedialer Zyklus erstellt, welcher aus folgenden sechs Teilen besteht: PHANTOM LIMB (ADAPTASI CYCLE 2021), HEAVVEN (ADAPTASI CYCLE 2021), EUPHORIA (ADAPTASI CYCLE 2022), HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022), YOKAI スワミ (ADAPTASI CYCLE 2022), HERMES (ADAPTASI CYCLE 2025). Der Titel „Adaptasi“ bezieht sich auf die Fähigkeit zu adaptieren, sich anzupassen. Mit HANABA 突变花 als zentrales Werk ist der Adaptasi–Zyklus auch in Göttingen stark repräsentiert, allerdings als Grundlage für einen eigenständigen, künstlerischen Erzählstrang.

mehr Informationen >>https://mitborras.com

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.