Schlagwortarchiv für: Transhumanismus

Ausstellung – Michael Schmid


TRANSHUMAN N°3

Michael Schmid
Support for Speakers

präsentiert in Kooperation zwischen der Professur Materialität des Wissens der Universität Göttingen und dem Kunstverein Göttingen

Vernissage
Samstag, den 11. Juli 17 Uhr
geöffnet bis 20 Uhr (Eintritt frei)

Laufzeit
12. Juli – 23. Aug 2026
Di – Fr 16 – 18 Uhr
Sa + So 11 – 16 Uhr

Ort

Künstlerhaus Göttingen (1. OG)
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen

Eintritt:
€ 3,00 / € 1,50 (ermäßigt)
Gäste bis 18 Jahren frei
Kultur Ticket frei
Vernissagen und Finissagen frei

 


EINFÜHRUNG

Einer Einladung der Professur für Materialität des Wissens der Universität Göttingen folgend, entwickelt Michael Schmid seit 2022 eine neue Werkgruppe. Ausgangspunkt sind Recherchen an verschiedenen Orten der Universität, die sich im Laufe des Projekts zu einer umfassenderen Auseinandersetzung mit Materialität, fotografischen Verfahren und den Strukturen des Tragens, Speicherns und Zeigens entwickeln.

Die daraus hervorgegangenen fotografischen, skulpturalen und installativen Arbeiten werden nun erstmals in der Einzelausstellung Support for Speakers im Kunstverein Göttingen zusammengeführt. Materialien und Strukturen, die gewöhnlich eine dienende Funktion erfüllen, treten selbst in den Vordergrund. Die Ausstellung richtet den
Blick auf die materiellen Voraussetzungen kultureller und wissenschaftlicher Produktion sowie auf jene Träger, Oberflächen und Infrastrukturen, die diese Prozesse ermöglichen.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Künstler, der Professur für Materialität des Wissens der Universität Göttingen und dem Kunstverein Göttingen. Wir danken Prof. Dr. Margarete Vöhringer für die Initiative sowie Dr. Jana August für die Projektleitung und die langjährige Koordination des Projekts.

 


PROGRAMM

Sa, 11. Juli ab 17 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung durch Dr. Jana August (Universität Göttingen, Konzept und Projektleitung), Helmut Wenzel (Geschäftsführer KVG) und Stephan Klee (Künstlerischer Leiter KVG)
Der Künstler und die Kuratierenden werden vor Ort sein.
geöffnet bis 20 Uhr, der Eintritt ist frei

So 2. Aug / So 16. Aug
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler und Stephan Klee

Sa 22. Aug 17 Uhr
Ausstellungsgespräch
Mit Michael Schmid, Dr. Jana August und Stephan Klee

So 23. Aug 2026 ab 15 Uhr
Finissage
geöffnet bis 17 Uhr mit
15 Uhr
Führung
„Walk and Talk“ – durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang
(Eintritt frei)

 


Veranstaltungsbilder:
Michael Schmid, Ohne Titel (Mathematisches Institut, Bunsenstraße) 2022/2026, Pigmentdruck, 25×20 cm, VG Bildkunst Bonn | Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers


 



ÜBER DEN KÜNSTLER

Michael Schmid lebt und arbeitet in Berlin. In seinen Arbeiten verbindet er Fotografie, Skulptur und Installation. Ausgangspunkt sind häufig industrielle Materialien, fotografische Verfahren und Präsentationssysteme, deren Funktionen sich zwischen Bild, Objekt und Träger verschieben. Seine Arbeiten untersuchen Oberflächen, Trägersysteme und räumliche Situationen, in denen sich Material und Bild gegenseitig bedingen.

mehr Informationen >> schmidmichael.com/

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Universität Göttingen, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.


 

Vernissage – Roy Köhnke

>>
EINLADUNG –

VERNISSAGE
Sam 30 Mai, 17 – 20 Uhr

TRANSHUMAN N°2
Roy Köhnke
Being Flesh

Die zweite Ausstellung des Jahres dreht sich um den menschlichen Körper und zeigt ihn aus verblüffend neuen Perspektiven. Da der Körper im Zentrum des Transhumanismus – unseres Jahresthemas – steht, schätzt sich das Team des KVG besonders glücklich, mit Roy Köhnke einen radikalen Künstler gefunden zu haben, der das Verhältnis von Körper und Technologie in Gegenwart und in naher Zukunft grundlegend hinterfragt.

Nach knapp zwei Monaten Ausstellungspause freuen wir uns nun also umso mehr, Ihnen auf der Vernissage nicht nur die neue Kunst, sondern auch den französischen Künstler selbst vorstellen zu können. Seien Sie herzlich eingeladen und willkommen.

Natürlich werden die Eröffnungsreden am Anfang, um 17 Uhr,  und die gekühlten Getränke nicht fehlen. Die ganze Ausstellung findet ausschließlich im sommerlichen Tageslicht statt, schwere Türen wurden wieder eingesetzt und den Rest entdecken Sie am besten selbst bei freiem Eintritt.

Mit Besten Grüßen,
Ihr Team vom Kunstverein Göttingen

 

Ort
Altes Rathaus Göttingen (1. OG)
Markt 9
37073 Göttingen


Der französische Künstler Roy Köhnke (*1990) ist prädestiniert dafür, in Göttingen dieses virulente Themengebiet in Form plastisch–installativer Arbeiten aus dem Bereich der zeitgenössischen Bildhauerei umzusetzen. Das titelgebende Werk BEING FLESH, 2023, eine multimediale Setzung, welche den Ausstellungsraum in eine Art von offenem Körper verwandelt, ist ein gutes Beispiel für seine Herangehensweise: Die Installation besteht aus architektonisch gesetzten Membranrahmen, durch die das Publikum hindurchgeht. In den sich öffnenden Passagenräumen wird eine Reihe von biomorphen Plastiken durch ein sensorisches Video zum Leben erweckt, welches durch den Scan dieser Plastiken mit einem magnetischen Kernspinresonanzgerät (MRT) entstanden ist.

 


GESAMT – PROGRAMM

Sa, 30. Mai ab 17 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung
Der Künstler und der Kurator werden vor Ort sein
geöffnet bis 20 Uhr, der Eintritt ist frei

So 7. Jun / So 21. Jun / So. 29. Jun
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler

So 26. Jul 2026 14 – 19 Uhr
Die große Finissage
geöffnet bis 19 Uhr (Eintritt frei) mit
15 – 16 Uhr
Führung
„Walk and Talk“ – durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
17 – 18 Uhr
Ausstellungsgespräch
Mit Roy Köhnke, Stephan Klee und Special Gast
18 Uhr
Ausklang

 


Laufzeit
31. Mai – 26. Jul 2026
Di – So 11 – 17 Uhr

Eintritt:
€ 3,00 / € 1,50 (ermäßigt)
Gäste bis 18 Jahren frei
Kultur Ticket frei
Vernissagen und Finissagen frei

 


Veranstaltungsbilder:
Roy Köhnke „Bugs series“ (Detail), 2024, Pigmentdruck auf Aluminium | Teil der Ausstellung „It is Stronger than I Thought“, kuratiert von Julien Arnaud, ADAGP | Photo: Salim Santa Lucia | Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

 


 



ÜBER DEN KÜNSTLER

Von Skulpturen über Zeichnungen bis hin zu Multimedia-Installationen – Roy Köhnkes Arbeit verbindet Hochtechnologien mit elementarer Handarbeit. Sein Projekt zielt darauf ab, körperliche Grenzen zu überwinden, indem es die physischen Besonderheiten und Narrative des Körpers wieder mit seiner Umgebung verbindet und ihn gleichzeitig als eigenständiges Terrain und Narrativ betrachtet. Durch die Arbeit mit neuen Technologien wie MRT oder emotionaler KI erforscht er Alternativen zu den vorherrschenden Science-Fiction-Erzählungen, um einen Körper wiederherzustellen, der durch die Dominanz der Wissenschaft und der westlichen Kultur fragmentiert und isoliert wurde. Seine oft situativen, transformativen und kollaborativen Installationen sind Schauplätze von Interaktionen, ähnlich wie ein Filmset, auf denen sich neue Arten von biotechnologischen/queeren Organismen entwickeln und ihre Koexistenz mit Kraft und Vitalität behaupten. Seine Forschung konzentriert sich auf techno-biologische/ koevolutionäre Mechanismen, betrachtet durch das breitere Prisma von sozialer Gerechtigkeit, Umweltgerechtigkeit und Trans-Kämpfen.

mehr Informationen >> roykohnke.com/

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Niedersächsische Sparkassenstiftung, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

 


 

Ausstellung – Roy Köhnke

TRANSHUMAN N°2
Roy Köhnke
Being Flesh

kuratiert von Stephan Klee


Vernissage
Samstag, den 30. Mai 17 Uhr
geöffnet bis 20 Uhr (Eintritt frei)

Laufzeit
31. Mai – 26. Jul 2026
Di – So 11 – 17 Uhr

Ort

Altes Rathaus Göttingen (1. OG)
Markt 9
37073 Göttingen

Eintritt:
€ 3,00 / € 1,50 (ermäßigt)
Gäste bis 18 Jahren frei
Kultur Ticket frei
Vernissagen und Finissagen frei

 

EINFÜHRUNG

„Wenn wir beginnen, uns in etwas Überlegenes zu verwandeln, welche Rechte werden diese verbesserten Wesen dann für sich beanspruchen, und welche Rechte werden sie im Vergleich zu denen haben, die zurückbleiben?“ *

Der Transhumanismus strebt primär die Optimierung, ja die Überwindung, des menschlichen Körpers nach heutigem Verständnis an. Für diese Bestrebungen gelten u.a. Genetik, Bio-Ingenieurwesen, künstliche Intelligenz, Prothetik, Kryonik (Eiskonservierung von Körpern) als Kerntechnologien. Positiv ausgedrückt, soll die humane Spezies „ermächtigt“ werden: mehr Leitungsfähigkeit, bessere Sinne, höhere und ortsunabhängige Intelligenz, keine Krankheiten und kein Altern mehr. Die idealisierten Humanoiden sind demzufolge unsterbliche „Über-Subjekte“. Deren zukünftige Verwandtschaft zum aktuellen Homo Sapiens verbleibt (noch) spekulativ. Ob für die transhumanen Entwicklungen, die bereits seit Langem in unserer Gesellschaft stattfinden, oder für die finale Vision des „Übermenschen“, welche Vertretende der reinen Lehre euphorisiert, es gilt: Als Zielobjekt des Transhumanismus steht der humane Körper fundamental im Zentrum; und ist damit auch zentral für unser Jahresthema 2026: TRANSHUMAN.

Während viele Menschen den wissenschaftlichen, medizinischen und technischen Fortschritt als Chancen für ihren Körper begrüßen, bewusst annehmen und aktiv in ihrem organischen Leben integrieren, verkommt ein sich neu radikalisierender Transhumanismus zu einer wirkmächtigen Ideologie, auf deren Basis wirtschaftliche und politische Eliten, körperliche Überlegenheit, grenzenlosen Reichtum und Macht anstreben. Durch exponential wachsendes Investmentkapital zusätzlich beschleunigt, der sogenannten Techno–Kapital–Maschine **, greift ein Verdrängungswettbewerb für den „optimiertesten“ Körper um sich, welcher nicht nur eine technoid-befähigte Elite hervorbringen könnte, sondern die freie Wahl der medizin-technologischen Ertüchtigung im Umgang mit dem eigenen Körper, sukzessiv und forciert aushöhlt. Körper würden somit zu vitalen Abrisszonen des Menschenrechts auf die selbstbestimmte Unversehrtheit des eigenen Körpers.

Aus diesem Spannungsfeld heraus, präsentiert der KVG ganz bewußt mit der zweiten Solo–Ausstellung Being Flesh von Roy Köhnke einen Künstler, der sich zwar primär dem Verhältnis Technologie und Körper facettenreich widmet, aber den aufkommenden techno-kapitalistischen Transhumanismus als faschistoid entschieden ablehnt. Vielmehr setzt sein Wirken explizit an der aktuellen wissenschaftlichen Erfassung und den sozialen Leitbildern des menschlichen Körpers mit grundlegenden Fragen an: Welche Vorstellung vom menschlichen Körper wird eigentlich in der heutigen Gesellschaft vertreten und wie wird dementsprechend mit Körpern verfahren?

Mit bahnbrechenden Proportionsstudien, u.a. von Michelangelo Bounarroti und Leonardo da Vinci (z.B. der „Vitruvianischer Mensch“), über grundlegende, naturwissenschaftliche Werke zur Anatomie z.B. Andreas Vesalius: „De Humani Corporis Fabrica Libri Septem“, bis hin zu den bildgebenden Techniken der heutigen Medizin (Röntgen, CT, Ultraschall, MRT und Nuklearmedizin) hat sich das gesellschaftliche Verständnis über die Beschaffenheit und das Potential des Körpers von der Renaissance bis zur heutigen Postmoderne stark gewandelt. Das undurchsichtige, fleischige Ebenbild Gottes wurde zum gläsernen Menschen, und als perfekt geschmierte, zelluläre Maschine scheinbar endgültig entmystifiziert. Damit war auch die Ausgangslage für die moderne Verfügbarkeit des Organismus bereitet.

Wie dieser funktional ausgerichtete Wissenskomplex über Beschaffenheit und Potential des Körpers sowohl das Selbstverständnis als organisch–mechanische Wesen als auch die Zukunft unserer Spezies prägt, dem geht Roy Köhnke in seinen Werksreihen nach: material-technologisch, aber auch emotional–sensorisch. Sein vorwiegend zeichnerisch-skulpturaler Ansatz integriert u.a. bildgebende medizinische Verfahren und greift unsere Faszination für die umfassende Analyse unserer zellulären Beschaffenheit auf. Zugleich wächst auch die Entfremdung vor der medizinischen und mechanischen Dekonstruktion jener Einheit auf, die wir noch vornehmlich als selbstbestimmten Schutzraum aus Fleisch, Technik und Gedanken begreifen: unseren individuellen Körper. Denn im beschleunigten Transhumanismus zu leben, könnte auch bedeuten, den vertrauten Schutzraum des eigenen Körpers fremdbestimmt immer wieder neu transformieren zu lassen, oder eher zu deformieren? Die Begehung der Installationen des französischen Kreateurs Roy Köhnke im Alten Rathaus kann sich so auch als eine – auf intensiven Eindrücken beruhende – Reflexion des eigenen Körperverständnisses in heutiger Zeit und naher Zukunft herausstellen.

 

* Francis Fukuyama „Transhumanism“ Source Foreign Policy, No. 144 (Sep. – Oct., 2004), pp. 42-43

** Nick Land in Essay „Melt Down“, 1995, in: „Fanged Noumena: Collected Writings 1987–2007“, (Urbanomic / Sequence Press, veröffentlicht bei MIT Press‘

 


PROGRAMM

Sa, 30. Mai ab 17 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung
Der Künstler und der Kurator werden vor Ort sein
geöffnet bis 20 Uhr, der Eintritt ist frei

So 7. Jun / So 21. Jun / So. 29. Jun
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler

So 26. Jul 2026 14 – 19 Uhr
Die große Finissage
geöffnet bis 19 Uhr (Eintritt frei) mit
15 – 16 Uhr
Führung
„Walk and Talk“ – durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
17 – 18 Uhr
Ausstellungsgespräch
Mit Roy Köhnke, Stephan Klee und Special Gast
18 Uhr
Ausklang 

 


Veranstaltungsbilder:
Roy Köhnke „Bugs series“ (Detail), 2024, Pigmentdruck auf Aluminium | Teil der Ausstellung „It is Stronger than I Thought“, kuratiert von Julien Arnaud, ADAGP | Photo: Salim Santa Lucia | Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

 


 



ÜBER DEN KÜNSTLER

Von Skulpturen über Zeichnungen bis hin zu Multimedia-Installationen – Roy Köhnkes Arbeit verbindet Hochtechnologien mit elementarer Handarbeit. Sein Projekt zielt darauf ab, körperliche Grenzen zu überwinden, indem es die physischen Besonderheiten und Narrative des Körpers wieder mit seiner Umgebung verbindet und ihn gleichzeitig als eigenständiges Terrain und Narrativ betrachtet. Durch die Arbeit mit neuen Technologien wie MRT oder emotionaler KI erforscht er Alternativen zu den vorherrschenden Science-Fiction-Erzählungen, um einen Körper wiederherzustellen, der durch die Dominanz der Wissenschaft und der westlichen Kultur fragmentiert und isoliert wurde. Seine oft situativen, transformativen und kollaborativen Installationen sind Schauplätze von Interaktionen, ähnlich wie ein Filmset, auf denen sich neue Arten von biotechnologischen/queeren Organismen entwickeln und ihre Koexistenz mit Kraft und Vitalität behaupten. Seine Forschung konzentriert sich auf techno-biologische/ koevolutionäre Mechanismen, betrachtet durch das breitere Prisma von sozialer Gerechtigkeit, Umweltgerechtigkeit und Trans-Kämpfen.

mehr Informationen >> roykohnke.com/

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Niedersächsische Sparkassenstiftung, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

 


 

Finissage – Mit Borrás

EINLADUNG
FINISSAGE
Son 12. Apr 15 – 17 Uhr

TRANSHUMAN N°1
Mit Borrás
NATORU ナとル

Die finale Woche der farbintensiven Ausstellung NATORU ナとル von Mit Borrás ist angebrochen und sie endet mit der Finissage am Sonntag, den 12. Apr. 2026, um 15 – 17 Uhr. Falls Sie noch nicht die Gelegenheit hatten, möchten Sie daher hiermit herzlich auf einen Besuch der Ausstellung einladen.
Dazu empfiehlt sich auch die Teilnahme an der Finissage, inklusive Anstoßen. Um 15 Uhr führt der Künstlerische Leiter Stephan Klee Interessierte auf einer Tour durch die Ausstellung. Mehrere große Videoinstallationen mit ineinander übergehenden Sound–Landschaften werden ergänzt durch raumgreifende Installationen und minimalistische Objekt-Assemblagen. Im „Walk and Talk“ – Format werden die Arbeiten vorgestellt und besprochen und gleichzeitig bietet sich für alle Teilnehmenden die Möglichkeit zum aktiven Diskurs über die tieferen Themenfelder hinter den Kunstwerken. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Ort

Künstlerhaus Göttingen (1. OG)
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen



WEITERES PROGRAMM

So 12. Apr 15 – 17 Uhr
Finissage
15 Uhr
Führung und Gespräch – „Walk and Talk“
durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang

 


“ Der Kern des Ausstellungstitels Titels „nato“ kommt aus dem Lateinischen und hat vielfache Bedeutungen: z.B. „geboren werden“ oder die ich-Form von „schwimmen, „wogen“, „wallen“ und „schwanken“ bis hin zu „den Kindern“. Im Spanischen bedeutet „nato“ schlicht „geboren“. Die Japanische Silbe „Ru“ rundet den Titel ab und verweist nicht nur auf die japanische Inspiration in der Ausstellung, sondern unterstreicht auch den aktiven Charakter des Titels, da „Ru“ im Japanischen oft Verben finalisiert. Frei übersetzt könnte NATORU z.B. „fortwährende Entstehung“ bedeuten.
Diese Verbindung von westlicher und fernöstlicher Kultur im Titel ist nicht zufällig, sondern unterstreicht die tiefere Konzeption der Ausstellung. Inspiriert vom mystischen Wald Aokigahara in Japan, erschafft Mit Borrás im Künstlerhaus eine Umgebung für die Geburt und Anwesenheit zukünftiger Kreaturen. Dazu kombiniert er die direktive Kraft von Weissagungen in dem Video L.Y.R.A. – The Oracle (2025) mit der essentiellen Bedeutung des Waldes für die menschliche Existenz in der zentralen Projektion HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022). Und final haucht der Künstler bereits einer neuen Spezies den Odem ein; die Präsenz dieser atmenden Skulptur zieht sich durch die Räume. “

 


Veranstaltungsbilder:
Mit Borrás. Hanaba. Adaptasi Cycle. Film. Installation | Performance. Werk von MIt Borrás. Art Director Rachel Lamot, Musik Daniel Vacas Peralta. Mit Weixin Quek Chong, geschrieben von Mit Borrás & Rachel Lamot, Modedesign Kim Rosario, Modedesign Path von Janine Grosche, Drohne Liu Zhang, Drohnenfeld Jesús Moreno, Klinische Abteilung Gómez Bravo, Zahnärztliche Abteilung Dentix, Relevium, Make-up Andréa Méndez, Eloy Noguera Atienza, Produktionsdesign Cavve. Bilder mit freundlicher Genehmigung des Künstlers, 2023


 


ÜBER DEN KÜNSTLER
Mit Borrás (geb. 1982 in Madrid) ist ein spanischer bildender Künstler, der zwischen Madrid und Berlin lebt und für seine bahnbrechenden Arbeiten und wegweisenden Beiträge zur zeitgenössischen bildenden Kunst, Videokunst, Medieninstallation und digitalen Kunst mit Performance bekannt ist. Seine transdisziplinäre Praxis befasst sich mit dem komplexen Zusammenspiel zwischen Mensch, Natur und Technologie und untersucht häufig Themen wie Anpassung, Posthumanismus, Bioethik und digitale Sinnlichkeit durch immersive Videoinstallationen, Performances und Multimedia-Arbeiten. Borrás‘ Kunst zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, das Alte mit dem Futuristischen zu verschmelzen und spekulative Mythologien zu schaffen, die tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln.

Den persönlichen Weltentwurf im jüngeren Œuvre des Künstlers fächert der zentrale Werkkomplex Adaptasi auf. Mit der Art Direktorin Rachel Lamot und vielen anderen Akteurinnen und Akteuren wurde über die Jahre ein multimedialer Zyklus erstellt, welcher aus folgenden sechs Teilen besteht: PHANTOM LIMB (ADAPTASI CYCLE 2021), HEAVVEN (ADAPTASI CYCLE 2021), EUPHORIA (ADAPTASI CYCLE 2022), HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022), YOKAI スワミ (ADAPTASI CYCLE 2022), HERMES (ADAPTASI CYCLE 2025). Der Titel „Adaptasi“ bezieht sich auf die Fähigkeit zu adaptieren, sich anzupassen. Mit HANABA 突变花 als zentrales Werk ist der Adaptasi–Zyklus auch in Göttingen stark repräsentiert, allerdings als Grundlage für einen eigenständigen, künstlerischen Erzählstrang.

mehr Informationen >>https://mitborras.com

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

 


 

Vernissage – Mit Borrás

VERNISSAGE –
EINLADUNG
Sam 28. Feb 17 – 20 Uhr

TRANSHUMAN N°1
Mit Borrás
NATORU ナとル

Kurz nach der Schneeschmelze läutet der Kunstverein Göttingen das neue Ausstellungsjahr ein und heißt Sie dazu herzlich willkommen. Das Auftakt–Solo gibt der spanische Künstler Mit Borrás mit der farbintensiven Ausstellung NATORU ナとル.

Mehrere große Videoinstallationen mit ineinander übergehenden Sound–Landschaften werden ergänzt durch raumgreifende Installationen und minimalistische Objekt-Assemblagen. Wir laden Sie ein, sich selbst ein Bild zu machen, den Eröffnung- und Einführungsreden zu lauschen, eine kleine Tour mit dem Kurator Stephan Klee durch die verfremdeten Räume zu machen und mit uns auf den künstlerischen Jahresstart anzustoßen. Der Künstler wird vor Ort sein.

Ort

Künstlerhaus Göttingen (1. OG)
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen



WEITERES PROGRAMM
So 8. Mär / So 15. Mär / So. 29. Mär
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler

So 12. Apr 15 – 17 Uhr
Finissage
15 Uhr
Führung und Gespräch – „Walk and Talk“
durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang

 


“ Der Kern des Ausstellungstitels Titels „nato“ kommt aus dem Lateinischen und hat vielfache Bedeutungen: z.B. „geboren werden“ oder die ich-Form von „schwimmen, „wogen“, „wallen“ und „schwanken“ bis hin zu „den Kindern“. Im Spanischen bedeutet „nato“ schlicht „geboren“. Die Japanische Silbe „Ru“ rundet den Titel ab und verweist nicht nur auf die japanische Inspiration in der Ausstellung, sondern unterstreicht auch den aktiven Charakter des Titels, da „Ru“ im Japanischen oft Verben finalisiert. Frei übersetzt könnte NATORU z.B. „fortwährende Entstehung“ bedeuten.
Diese Verbindung von westlicher und fernöstlicher Kultur im Titel ist nicht zufällig, sondern unterstreicht die tiefere Konzeption der Ausstellung. Inspiriert vom mystischen Wald Aokigahara in Japan, erschafft Mit Borrás im Künstlerhaus eine Umgebung für die Geburt und Anwesenheit zukünftiger Kreaturen. Dazu kombiniert er die direktive Kraft von Weissagungen in dem Video L.Y.R.A. – The Oracle (2025) mit der essentiellen Bedeutung des Waldes für die menschliche Existenz in der zentralen Projektion HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022). Und final haucht der Künstler bereits einer neuen Spezies den Odem ein; die Präsenz dieser atmenden Skulptur zieht sich durch die Räume. “

 


PROGRAMM
Sa, 28. Feb 17 – 20 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung
durch den Kurator Stephan Klee

So 8. Mär / So 15. Mär / So. 29. Mär
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler

So 12. Apr 15 – 17 Uhr
Finissage
15 Uhr
Führung und Gespräch – „Walk and Talk“
durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang 

 

Veranstaltungsbilder:
Mit Borrás. Hanaba. Adaptasi Cycle. Film. Installation | Performance. Werk von MIt Borrás. Art Director Rachel Lamot, Musik Daniel Vacas Peralta. Mit Weixin Quek Chong, geschrieben von Mit Borrás & Rachel Lamot, Modedesign Kim Rosario, Modedesign Path von Janine Grosche, Drohne Liu Zhang, Drohnenfeld Jesús Moreno, Klinische Abteilung Gómez Bravo, Zahnärztliche Abteilung Dentix, Relevium, Make-up Andréa Méndez, Eloy Noguera Atienza, Produktionsdesign Cavve. Bilder mit freundlicher Genehmigung des Künstlers, 2023


 


ÜBER DEN KÜNSTLER
Mit Borrás (geb. 1982 in Madrid) ist ein spanischer bildender Künstler, der zwischen Madrid und Berlin lebt und für seine bahnbrechenden Arbeiten und wegweisenden Beiträge zur zeitgenössischen bildenden Kunst, Videokunst, Medieninstallation und digitalen Kunst mit Performance bekannt ist. Seine transdisziplinäre Praxis befasst sich mit dem komplexen Zusammenspiel zwischen Mensch, Natur und Technologie und untersucht häufig Themen wie Anpassung, Posthumanismus, Bioethik und digitale Sinnlichkeit durch immersive Videoinstallationen, Performances und Multimedia-Arbeiten. Borrás‘ Kunst zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, das Alte mit dem Futuristischen zu verschmelzen und spekulative Mythologien zu schaffen, die tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln.

Den persönlichen Weltentwurf im jüngeren Œuvre des Künstlers fächert der zentrale Werkkomplex Adaptasi auf. Mit der Art Direktorin Rachel Lamot und vielen anderen Akteurinnen und Akteuren wurde über die Jahre ein multimedialer Zyklus erstellt, welcher aus folgenden sechs Teilen besteht: PHANTOM LIMB (ADAPTASI CYCLE 2021), HEAVVEN (ADAPTASI CYCLE 2021), EUPHORIA (ADAPTASI CYCLE 2022), HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022), YOKAI スワミ (ADAPTASI CYCLE 2022), HERMES (ADAPTASI CYCLE 2025). Der Titel „Adaptasi“ bezieht sich auf die Fähigkeit zu adaptieren, sich anzupassen. Mit HANABA 突变花 als zentrales Werk ist der Adaptasi–Zyklus auch in Göttingen stark repräsentiert, allerdings als Grundlage für einen eigenständigen, künstlerischen Erzählstrang.

mehr Informationen >>https://mitborras.com

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.

 


 

Ausstellung – Mit Borrás

TRANSHUMAN N°1
Mit Borrás
NATORU ナとル

kuratiert von Stephan Klee

Vernissage
Samstag, den 28. Feb 17 – 20 Uhr

Laufzeit
1. Mär – 12. Apr 2026
Di – Fr 14 – 18 Uhr
Sa – So 11 – 17 Uhr

Ort

Künstlerhaus Göttingen (1. OG)
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen

EINFÜHRUNG
Gehört die Erschaffung einer nahezu perfekten universellen Utopie, in der Natur, Technologie und menschliche Existenz endlich eine ausgewogene und blühende Koexistenz gefunden haben, auch zu den Leistungen aktueller Kunst? Der Kunstverein Göttingen gibt zum Auftakt des Jahres hier eine klar positive Antwort und liefert nebenbei einige stichhaltige Argumente, transhumanistische Entwicklungen nicht ausschließlich skeptisch zu betrachten.
Die erste Soloausstellung des neuen Jahres-Programms 2026 TRANSHUMAN wird von dem spanischen Künstler Mit Borrás ausgerichtet und heißt NATORU ナとル. Im konzeptuellen Zusammenspiel verschiedener Medien zeichnet der Madrilene eine bildgewaltige, immersive Vision davon, wie großartig die Zukunft sein könnte. Zugegeben, ein eher seltener Ansatz in unserer von Skepsis geprägten Zeit, aber gerade deshalb ein vielleicht befreiender Entwurf und ein guter Einstieg in das Thema transhumane Tendenzen.

Mit starker Ausrichtung zu neuen Technologien wie Computer–Renderings und digitalen Filtern, 3D–Print, animierten Videos und Drohnen-Kameraflügen in seinen Ausdrucksmedien arbeitet Mit Borrás seit Jahren systematisch an aufwendigen Videoproduktionen, immer passend fusioniert mit immersiven Raum-Settings in einem markanten Design von hohem Wiedererkennungswert. Für diese aufwendigen Arbeiten betreibt er in Madrid die Produktionsfirma CAVVE zusammen mit seiner Art–Direktorin und Partnerin Rachel Lamot. Als kongeniales Duo unterhalten sie sehr fruchtbare Verbindungen in die Performance– und Videokunst–Szene, aber auch zu nahen wissenschaftlichen Disziplinen wie der Philosophie, den Bio-Wissenschaften oder der Kybernetik.
Der Künstler ist stark inspiriert von den poststrukturellen Dispositiven des Cyberfeminismus, Post–Naturalismus und Transhumanismus, was seinen Blick für die Möglichkeiten von Technologie und Arten–Hybridität öffnet. Parallel dazu verortet er sich selbst auch stark in den Traditionen der teils jahrtausendealten Naturkonzeptionen des Animismus, Schamanismus, Spiritualismus und Mystizismus, was seiner tiefen Verbundenheit zu Natur erwächst und diese weiter nährt. Maßgeblich beeinflusst von den Theorien Donna Haraways, Bruno Latours, Mark Fischers und Gilles Deleuzes, folgt Mit Borrás einem zyklischen, fluiden, postpatriarchalen und ökologischen Weltbild, was sich auch stark in seinen Werken niederschlägt. Diese sind meist gekennzeichnet durch eine verführend wirksame und teils meditative Fusion von Technik, Natur und Mensch, welche alle seine jüngeren Arbeiten seit 2017 ausmacht.

Der Kern des Ausstellungstitels Titels „nato“ kommt aus dem Lateinischen und hat vielfache Bedeutungen: z.B. „geboren werden“ oder die ich-Form von „schwimmen, „wogen“, „wallen“ und „schwanken“ bis hin zu „den Kindern“. Im Spanischen bedeutet „nato“ schlicht „geboren“. Die Japanische Silbe „Ru“ rundet den Titel ab und verweist nicht nur auf die japanische Inspiration in der Ausstellung, sondern unterstreicht auch den aktiven Charakter des Titels, da „Ru“ im Japanischen oft Verben finalisiert. Frei übersetzt könnte NATORU z.B. „fortwährende Entstehung“ bedeuten.
Diese Verbindung von westlicher und fernöstlicher Kultur im Titel ist nicht zufällig, sondern unterstreicht die tiefere Konzeption der Ausstellung. Inspiriert vom mystischen Wald Aokigahara in Japan, erschafft Mit Borrás im Künstlerhaus eine Umgebung für die Geburt und Anwesenheit zukünftiger Kreaturen. Dazu kombiniert er die direktive Kraft von Weissagungen in dem Video L.Y.R.A. – The Oracle (2025) mit der essentiellen Bedeutung des Waldes für die menschliche Existenz in der zentralen Projektion HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022). Und final haucht der Künstler bereits einer neuen Spezies den Odem ein; die Präsenz dieser atmenden Skulptur zieht sich durch die Räume.
In dieser Vernetzung von Werken werden Varianten des Austausches von Impulsen, Informationen und Stoffen aufgezeigt. Inszeniert über die Grenzen der Spezies und über die Grenzen von belebter und unbelebter Materie hinweg, erproben diese diversen Spielarten neue Formen der Kooperation und Co–Habitation. Die gezeigten Potentiale verstärken die Hoffnung, dass ein gegenseitiges Anpassen, proaktive Formen von Empathie und gattungsübergreifende Fusionen gebündelt mit neuen Technologien in eine nachhaltige Zukunft für alle führen könnte. Auch dieser bejahenden Version des Fortschritts ein Forum zu bieten, war nicht nur aus künstlerischer Qualität geboten, sondern auch, um den angestrebten diskursiven Austausch mit einer positiven Prognose ausgeglichen zu halten.

 


PROGRAMM
Sa, 28. Feb 17 – 20 Uhr
Vernissage
Wilkommensreden und Einführung in die Ausstellung
durch den Kurator Stephan Klee

So 8. Mär / So 15. Mär / So. 29. Mär
jeweils um 15 Uhr
Sonntagstour mit Joos Ziegler

So 12. Apr 15 – 17 Uhr
Finissage
15 Uhr
Führung und Gespräch – „Walk and Talk“
durch die Ausstellung mit dem Kurator Stephan Klee in Deutsch und Englisch
16 Uhr
Ausklang 

 

Veranstaltungsbilder:
Mit Borrás. Hanaba. Adaptasi Cycle. Film. Installation | Performance. Werk von MIt Borrás. Art Director Rachel Lamot, Musik Daniel Vacas Peralta. Mit Weixin Quek Chong, geschrieben von Mit Borrás & Rachel Lamot, Modedesign Kim Rosario, Modedesign Path von Janine Grosche, Drohne Liu Zhang, Drohnenfeld Jesús Moreno, Klinische Abteilung Gómez Bravo, Zahnärztliche Abteilung Dentix, Relevium, Make-up Andréa Méndez, Eloy Noguera Atienza, Produktionsdesign Cavve. Bilder mit freundlicher Genehmigung des Künstlers, 2023

 


 


ÜBER DEN KÜNSTLER
Mit Borrás (geb. 1982 in Madrid) ist ein spanischer bildender Künstler, der zwischen Madrid und Berlin lebt und für seine bahnbrechenden Arbeiten und wegweisenden Beiträge zur zeitgenössischen bildenden Kunst, Videokunst, Medieninstallation und digitalen Kunst mit Performance bekannt ist. Seine transdisziplinäre Praxis befasst sich mit dem komplexen Zusammenspiel zwischen Mensch, Natur und Technologie und untersucht häufig Themen wie Anpassung, Posthumanismus, Bioethik und digitale Sinnlichkeit durch immersive Videoinstallationen, Performances und Multimedia-Arbeiten. Borrás‘ Kunst zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, das Alte mit dem Futuristischen zu verschmelzen und spekulative Mythologien zu schaffen, die tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln.

Den persönlichen Weltentwurf im jüngeren Œuvre des Künstlers fächert der zentrale Werkkomplex Adaptasi auf. Mit der Art Direktorin Rachel Lamot und vielen anderen Akteurinnen und Akteuren wurde über die Jahre ein multimedialer Zyklus erstellt, welcher aus folgenden sechs Teilen besteht: PHANTOM LIMB (ADAPTASI CYCLE 2021), HEAVVEN (ADAPTASI CYCLE 2021), EUPHORIA (ADAPTASI CYCLE 2022), HANABA 突变花 (ADAPTASI CYCLE 2022), YOKAI スワミ (ADAPTASI CYCLE 2022), HERMES (ADAPTASI CYCLE 2025). Der Titel „Adaptasi“ bezieht sich auf die Fähigkeit zu adaptieren, sich anzupassen. Mit HANABA 突变花 als zentrales Werk ist der Adaptasi–Zyklus auch in Göttingen stark repräsentiert, allerdings als Grundlage für einen eigenständigen, künstlerischen Erzählstrang.

mehr Informationen >>https://mitborras.com

 


DAS JAHRESPROGRAMM

TRANSHUMAN (2026)
>POSTHUMAN (2027)

Der Kunstverein Göttingen folgt in der Programmatik weiterhin dem bewährten Zwei–Jahres–Rhythmus von Biennalen, um eine möglichst tiefgreifende Auseinandersetzung mit den übergeordneten Leitthemen des Programms zu ermöglichen. Nachdem TERRA DIASPORA (2024 – 2025) Phänomene der Gegenwart untersucht hat, schaut unser aktuelles Programm in die nahe und entferntere Zukunft.
Das Zweijahresprogramm TRANSHUMAN >POSTHUMAN (2026 > 2027) widmet sich kritisch der von einigen Denkschulen erwarteten globalen Transformation: dem Übergang vom anthropozentrischen Menschen unserer Zeit zum technisch optimierten Transhumanen in naher Zukunft und noch weiter in die Zukunft unserer Spezies: zum Posthumanen. Kurz gesagt: die Entwicklung der Menschheit vom modernen Humanismus über den Transhumanismus zum Posthumanismus.

Das Leitmotiv des ersten Jahres lautet TRANSHUMAN (2026) und umfasst vier Einzelausstellungen und eine Gruppenausstellung, um künstlerische Ansätze und Werke zu einer Sammlung von Ansätzen und Aspekten über den Transhumanismus zusammenzustellen. Dabei bilden die bildnerische Auseinandersetzung mit der Beschleunigung der Technologieentwicklung und des kapitalistischen Wachstums und die angestrebte biotechnologische Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes die formale und inhaltliche Basis aller Ausstellungen. Die resultierenden gesellschaftlichen Umwälzungen finden bereits jetzt vielfach in unserer Gegenwart statt – mit drastischen Folgen für das Zusammenleben innerhalb der Zeitspanne einer Generation. Diese akuten Erfahrungen fließen mit ein in die Visionen der nahenden Zukunft und in die kollektiv-kritische Reflexion sowohl durch die Kunstschaffenden als auch durch unser Publikum. Das berücksichtigend, wird ein weitreichendes Diskurs- und Vermittlungsprogramm angeboten. Auch eine Publikation des Jahresprogramms wird wieder angestrebt. Die Ideologie des Transhumanismus soll dabei nicht ungeprüft propagiert werden, sondern möglichst kritisch, gemeinsam und auf Basis der gezeigten Werke dekonstruiert werden. Dazu laden wir alle Interessierten hiermit herzlich ein.

 


Wir danken unseren Förderern:  Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stadt Göttingen, Sparkasse Göttingen und Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.