kunstverein göttingen

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Ayami Awazuhara
Dunja Herzog

02.09. – 28.10. 2018

Drift and Shift

Die künstlerischen Arbeiten von Ayami Awazuhara und Dunja Herzog zeigen in der Doppelausstellung Drift and Shift verschiedene Perspektiven auf Themen des kulturellen Transfers von Rohstoffen, Waren und Bedeutungen.

Awazuharas künstlerische Praxis umfasst eine Vielzahl von Medien über Fotografie, Performance, Installation bis hin zu Video. Was ihre Werke verbindet, ist das Aufzeigen kultureller Transformationsprozesse, die sie im Alltäglichen und Allgegenwärtigen aufspürt. Für die Ausstellung im Kunstverein Göttingen widmet sich die Künstlerin zum einen dem Element Wasser und dessen philosophischer Bedeutung. Davon ausgehend führen ihre Recherchen zum Fontana di Trevi in Rom sowie zu Springbrunnen in anonymen Einkaufszentren der ganzen Welt, die sie in einer fotografischen Arbeit zusammenführt. Zum anderen beschäftigt sich Awazuhara mit dem Phänomen, dass die Namen vieler Geschäfte, Restaurants und Cafés in Berlin auf weit entfernte Städte, Regionen und Länder rekurrieren, wie beispielsweise das Lebensmittelgeschäft Bagdad oder der Kosmetiksalon USA Nails. Aus einer beobachtenden Perspektive entwickelt die Künstlerin in ihrer Videoarbeit eine Topografie der Stadt Berlin, in der sie die Sehnsucht nach Ferne und die verblassende Erinnerung an eine Heimat mit den alltäglichen Szenen und Interaktionen, die sich im Kontext von Handel, Waren und Dienstleistungen abspielen, verbindet.

Die künstlerischen Arbeiten von Herzog sind geprägt von den Wirkungen der Kolonialgeschichte auf persönliche Erzählungen, Körper und Materialien, die sie zu achtsamen und poetischen Räumen verdichtet. Im Kunstverein Göttingen präsentiert die Künstlerin eine Serie von Messingobjekten, die sie in Zusammenarbeit mit der Werkstatt von Phil Omodamwen, einem Bronzegießer der siebten Generation aus Benin-Stadt in Nigeria, produziert. Einige der Arbeiten sind Teil ihrer Schmuckkollektion red gold import export – einem Langzeitprojekt von Herzog –, für die sie das Material aus E-Waste gewinnt. Gemeinsam mit den Künstler*innen Jeremiah Day und Hilla Steinert reflektiert sie außerdem die geschichtlichen Hintergründe sowie die leitenden Eigenschaften von Kupfer, welches als Material die Grundlage ihrer Werke bildet, und übersetzt sie in eine körperbasierte Performance. Die Performance findet am 7. Oktober um 12 Uhr im Alten Rathaus statt.

Ayami Awazuhara (*1985, Nagano, JP) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin und schloss ihr Studium als Meisterschülerin bei Manfred Pernice ab. Einzel- und Doppelausstellungen umfassen u.a. Despacio, San José, CRC; Kunsthalle Lissabon, PT; Jupiter Woods, London, GB. Awazuhara war zudem an Gruppenausstellungen bei Parallel Oaxaca, MX; Haus am Lützowplatz, Berlin, DE u.v.m. beteiligt.

Dunja Herzog (*1976, Basel, CH) lebt und arbeitet in Berlin und Basel. Ihre Werke wurden in Einzelausstellungen bei 1646, Den Haag, NL; New Bretagne/Belle Air, Essen, DE; Piano Mobile, Genf, CH; Istituto Svizzero, Mailand, IT, gezeigt. Sie nahm u.a. an Gruppenausstellungen bei Swiss Art Award, Basel, CH; Lagos Biennale, NG; Blok Art Space, Istanbul, TR; MAXXI Museum, Rom, IT; Kunsthalle Basel, CH, teil.

Gefördert durch: Niedersächsische Sparkassenstiftung; Sparkasse Göttingen; Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur; Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung; Kanton Basel-Stadt; kulturelles.bl